Rucksack, Porzellanlöwe, Kugelschreiber Was sich Bayern die G7-Geschenke kosten ließ

Teurer Nippes, Wein, ein Kugelschreiber-Set: Wer im Juni einen politischen Würdenträger nach Schloss Elmau begleitete, durfte sich über Präsente des Landes Bayern freuen. Jetzt ist bekannt geworden, was das Ganze kostete.

Rucksäcke, die beim G7-Gipfel als Geschenke verteilt wurden
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Rucksäcke, die beim G7-Gipfel als Geschenke verteilt wurden


Beim G7-Gipfel auf Schloss Elmau haben die Delegationsmitglieder Bayern-Souvenirs im Wert von jeweils 249,73 Euro geschenkt bekommen. Die bayerische Staatsregierung veröffentlichte nun eine Liste der Präsente, die an die Mitarbeiter der Staats- und Regierungschefs ausgegeben wurden. Insgesamt kostete die Geschenkaktion demnach knapp 47.700 Euro.

Die Staatsregierung bedachte jeden G7-Gast demnach mit Rucksack, Bayernbuch, Hutschenreuther Porzellanlöwe, Regenschirm, Wein und Kugelschreiberset. Teuerstes Geschenk war der Löwe zum Stückpreis von 99,23 Euro.

Dass die Geschenke-Liste veröffentlicht wurde, ist auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Katharina Schulze zurückzuführen. "Erinnerungsgeschenke in dieser Größenordnung sind bei derartigen Anlässen aus Sicht der Bayerischen Staatskanzlei üblich", schrieb das Innenministerium an die Landtagsabgeordnete.

Schulze kommt zu einem anderen Urteil: "Das Geld der bayerischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler ist in manchen Fällen reichlich leichtfertig verprasst worden."

Kosten von 360 Millionen Euro?

Zum umstrittenen G7-Gipfel waren Anfang Juni die Staats- und Regierungschefs der führenden Industrienationen außer Russland ins oberbayerische Schloss Elmau gekommen.

Schon im Vorfeld des Gipfels hatte der bayerische Bund der Steuerzahler die Kosten des Treffens scharf kritisiert. Sie bezifferten den finanziellen Aufwand auf fast 360 Millionen Euro. Offizielle Angaben liegen deutlich darunter, bei etwa 200 Millionen Euro. Der Steuerzahlerbund machte die Wahl des Ortes für die hohen Kosten verantwortlich. Das Luxushotel in den bayerischen Bergen sei nur mit extrem hohem Aufwand zu sichern.

Ein anderer hoher Posten war das Logo: Die Entwicklung des Symbols kostete exakt 79.964,43 Euro. Hinzu kommt noch der Sicherheitszaun, der zwei Millionen Euro gekostet haben soll. Etwa 4,5 Millionen Euro verschlangen allein die Flüge von Bundeswehr, Flugbereitschaft und Bundespolizei.

vks/dpa

insgesamt 64 Beiträge
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cravo_e_canela 19.08.2015
1. Compliance?
In der Compliance Abteilung eines privatwirtschaftlichen Unternehmens würden bei solchen Geschenken die Alarmlampen brennen. Versuchte Bestechung? Hat die bayerische Regierung auf die Geschenke im Übrigen die Pauschalsteuer nach § 37b EStG abgeführt oder waren das alles Steuerausländer? Ich glaube manche Fragen sind noch zu klären.
EigeneMeinung 19.08.2015
2. und Frau Schulze
Hat eine Profilierungsneurose! Hauptsache den Mund aufmachen und Kritik heucheln. Leider fehlt es der Nachwuchs-Claudia-Roth noch viel mehr an Substanz als ihrer "Chefin". Von daher: zurück an den Schreibtisch und an wirklichen Themen, Projekten und Visionen arbeiten. Dann klappt es auch mit den Wahlergebnissen... Aber das hatte sie schon bei ihrer polemischen Anti-München 2018 nicht verstanden.
drent 19.08.2015
3. 86 Milliarden
schaufelt die Bundesregierung den "notleidenden" Griechen zu. Aus unserem Portemonnaie. Damit könnte man tausende G7-Gipfel finanzieren.Der letzte hat wenigstens den Tourismus in Bayern befördert.
Benjowi 19.08.2015
4. Unmoralisch bis zum Abwinken!
Und für einen solchen Unsinn steigen die Finanzämter jedem kleinen Rentner nach, damit er ja seine 55 Euro an Steuernachzahlung-möglichst noch in Vierteljahresstückelung als Vorauszahlung-abführt. Die Unmoral dieses Staatsgebildes steht derjenigen in Griechenland in nichts nach!
nesmo 19.08.2015
5. Nächstesmal
überreicht Frau Schulze selbstgepflückte Blumen als Gastgeschenk und malt das Logo selbst. Und beim Obama kassiert sie persönlich für das Glas Weizenbier und die Brezel, der kann sich ja nun wirklich leisten, zu zahlen
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