Gesetzesnovelle Gaffer sollen härter bestraft werden

Wer bei Verkehrsunfällen Aufnahmen von Opfern macht, muss künftig mit einer Strafe von bis zu zwei Jahren Gefängnis rechnen. Die Bundesregierung geht auch gegen das sogenannte Upskirting vor.

Ein schwerer Unfall mit Verletzten, und einer hält das Handy drauf: "Das macht man nicht", sagt Bundesjustizministerin Lambrecht (SPD)
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Ein schwerer Unfall mit Verletzten, und einer hält das Handy drauf: "Das macht man nicht", sagt Bundesjustizministerin Lambrecht (SPD)


Fotos von Unfalltoten sowie heimliche Aufnahmen unter Röcke und ins Dekolleté sollen künftig als Straftat gelten. Die entsprechende Gesetzesvorlage wurden am Mittwochvormittag vom Bundeskabinett beschlossen.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat ihre Gesetzespläne für ein schärferes Vorgehen gegen Gaffer sowie gegen das sogenannte Upskirting kurz zuvor noch einmal begründet.

Lambrecht sagte mit Blick auf Gaffer im ARD-"Morgenmagazin", es lasse sich auch einfach sagen: "Das macht man nicht." Da dies aber offensichtlich nicht ausreiche, müsse die strafrechtliche Lücke hier geschlossen werden.

Christine Lambrecht (SPD), Bundesjustizministerin, im Gespräch mit ihrem Kollegen Horst Seehofer (CSU), Bundesinnenminister
Michael Kappeler/ DPA

Christine Lambrecht (SPD), Bundesjustizministerin, im Gespräch mit ihrem Kollegen Horst Seehofer (CSU), Bundesinnenminister

"Es gibt ein Defizit bei einigen, die nicht verstehen, dass es um Menschen geht, die um ihr Leben ringen", sagte Lambrecht weiter. Solche Unfallopfer oder auch Menschen, die bei Unfällen verstorben seien, dürften nicht "Objekt werden von Fotos oder Filmaufnahmen", die dann womöglich sogar im Internet verbreitet würden.

Bisher galt solches Fotografieren meist als Ordnungswidrigkeit und wurde nur dann als Straftat geahndet, wenn der Täter das Opfer berührte oder zusätzlich beleidigte und erniedrigte. Künftig sollen Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren möglich sein.

Lambrecht sagte, ihr Ziel seien weniger die Verurteilungen als eine gesellschaftliche Debatte und die Schaffung von Bewusstsein bei den Menschen, mehr Respekt zu zeigen. Mit der Neuregelung sollen Fotos von Unfallopfern ausdrücklich unter Strafe gestellt werden.

Gleiches gilt in anderem Zusammenhang für das heimliche Fotografieren unter den Rock oder das Kleid von Frauen. "Auch das ist demütigend und verletzend", sagte Lambrecht der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Mittwoch. Es treffe Frauen sehr, wenn sie auf diese Weise "zu Objekten degradiert werden".

cht/AFP/dpa



insgesamt 18 Beiträge
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pennywise 13.11.2019
1. Die Strafe muss weh tun
Geld..ne Lappen weg für min. 1 Jahr. Wenn Rettungsräfte behindert werden 2 Jahre. Dann Neuerwernb Wiederholungstäter verdoppeln.
echobravo 13.11.2019
2. Strafe....
Bis zu zwei Jahren? Also kein Gefängnis. Wieso wird keine Mindeststrafe festgelegt? Da kann man es ja gleich sein lassen, zumal die Höchststrafe sowieso nie verhängt wird.
zausi 13.11.2019
3. Wird auch Zeit...
nur schade, dass es solang gedauert hat....
papillion33 13.11.2019
4. Danke Frau Lambrecht !
In Zeiten, in der "Die Würde des Menschen ist unantastbar" GG Art.1 - bei uns in Deutschland mit Füssen getreten wird, ist dies endlich mal ein mutiges und richtungsweisendes Vorgehen, weiter so.
Ottokar 13.11.2019
5. Geldstrafen reichen nicht aus
Fahrverbote anordnen.
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