Ab Sonntag Ganz Spanien wird Corona-Risikogebiet – auch Mallorca und Kanaren

In Spanien steigen die Infektionszahlen derzeit stark an. Daher gilt nun das ganze Land ab Sonntag als Risikogebiet. Von touristischen Reisen wird abgeraten. Ein anderes Urlaubsland gilt sogar als Hochinzidenzgebiet.
Menschen genießen im Juli 2020 die Sonne auf Mallorca: Von touristischen Reisen wird ab Sonntag abgeraten

Menschen genießen im Juli 2020 die Sonne auf Mallorca: Von touristischen Reisen wird ab Sonntag abgeraten

Foto: Clara Margais/ dpa

Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung am Sonntag ganz Spanien und damit auch Mallorca und die Kanaren als Risikogebiet ein. Das gab das Robert Koch-Institut bekannt. Das bedeutet, dass das Auswärtige Amt mitten in den Sommerferien wieder von touristischen Reisen in das beliebteste Urlaubsland der Deutschen abraten wird.

Praktische Folgen ergeben sich für Urlauber aber kaum: Wer mit dem Flugzeug aus Spanien nach Deutschland zurückkehrt, muss wie bisher einen negativen Test oder einen Nachweis über eine vollständige Impfung oder Genesung dabeihaben. Damit entfällt dann die Quarantänepflicht.

Nach Rückkehr aus Zypern gilt Quarantänepflicht

Anders sieht es bei der ebenfalls sehr beliebten Urlaubsinsel Zypern aus, die am Sonntag als Hochinzidenzgebiet mit besonders hohen Infektionszahlen eingestuft wird. Wer dort Urlaub macht und nicht geimpft oder genesen ist, muss künftig für fünf bis zehn Tage in Quarantäne.

Die neuen Einstufungen sind Folge der in vielen Regionen Europas wieder deutlich steigenden Infektionszahlen. In Spanien gelten bereits 6 der 17 Regionen – darunter die Urlaubsgebiete Katalonien und Andalusien – sowie die Exklave Ceuta in Nordafrika als Risikogebiete. Die Balearen mit Mallorca, der beliebtesten Urlaubsinsel der Deutschen, sowie die Kanaren blieben aber bisher verschont.

Inzidenz in Spanien liegt bei 179

Als Risikogebiete werden Länder und Regionen eingestuft, in denen die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen (Sieben-Tage-Inzidenz) über 50 liegen. Es ist die niedrigste von drei Risikostufen. Mallorca wurde Mitte März von der Liste der Risikogebiete gestrichen. Inzwischen liegt die Inzidenz auf den Balearen, zu denen auch Menorca, Ibiza und Formentera gehören, im Schnitt schon bei 141. In ganz Spanien sind es sogar 179.

Bei einer Inzidenz über 200 droht die Einstufung als Hochinzidenzgebiet mit Quarantänepflicht für diejenigen, die nicht geimpft oder genesen sind. Erst dann wären auch für die Reisebranche erhebliche Folgen zu erwarten. Dass die Hochstufung sehr schnell kommen kann, zeigt Zypern. Das Land wurde erst vergangenen Sonntag zum Risikogebiet erklärt. Schon eine Woche später wird es nun zu einem von vier Hochinzidenzgebieten in Europa neben Portugal, Großbritannien und Russland.

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Außenminister Heiko Maas (SPD) hatte die Spanienurlauber erst am Montag bei einem Besuch in Madrid beruhigt und die Infektionslage als nicht besorgniserregend bezeichnet. »Es gibt keinerlei Hinweise auf Entwicklungen, die befürchten ließen, dass wir in absehbarer Zeit wieder Entscheidungen treffen müssten, die dazu führen, dass deutsche Touristen in Spanien keinen Urlaub mehr machen können«, sagte er. Es bestehe weiterhin Grund zur Vorsicht. Aber er gehe derzeit nicht davon aus, dass eine Wiedereinführung der Quarantänepflicht für rückkehrende Spanienurlauber kurz bevorstehe.

»Risikogebiet heißt nicht Urlaubsverbot«

Das Gesundheitsministerium wies nach der Entscheidung darauf hin, dass Reisen nach Spanien weiter möglich seien. »Risikogebiet heißt nicht Urlaubsverbot«, sagte ein Ministeriumssprecher. »Es ist aber das deutliche Zeichen: Bitte aufpassen und bei Rückkehr testen.«

Die Inzidenz in Spanien lag zu diesem Zeitpunkt knapp über 100 und ist seitdem um fast 80 gestiegen. Wenn es in dem Tempo weitergeht, könnte Spanien nächste Woche dasselbe Schicksal wie Zypern drohen: Hochstufung zum Hochinzidenzgebiet.

Neben Spanien und Zypern stuft die Bundesregierung am Sonntag folgende weitere Länder und Regionen neu ein: Zwei Regionen in Irland werden zum Risikogebiet, Fidschi im Südpazifik wird zum Hochinzidenzgebiet, Saudi-Arabien und eine Region in Schweden werden von der Liste der Risikogebiete gestrichen, das arabische Königreich Bahrain und Trinidad und Tobago in der Karibik werden vom Hochinzidenzgebiet zum Risikogebiet heruntergestuft.

lau/dpa
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