Ganztagsschulen Unions-Länder lehnen Schröders Hilfe ab


Berlin - Die unionsgeführten Bundesländer wollen das Hilfsangebot von Bundeskanzler Gerhard Schröder zum Ausbau der Ganztagsschulen ablehnen. Die Bildungsminister von Bund und Ländern treffen sich am Montag in Bonn. Dort wollen sie auf ihre alleinige Gestaltungshoheit bei der Schulpolitik pochen. Schröder hat den Ländern vier Milliarden Euro aus Zinserlösen zur Errichtung von 10.000 Ganztagsschulen angeboten. Damit sollen die Schulqualität verbessert und zugleich schwächere wie hoch begabte Kinder besser gefördert werden.

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) warf der Union Blockade-Haltung vor. Angesichts des schlechten Zustandes der Schulen wäre es "fatal, jetzt Länder- Egoismen auszuleben, statt die notwendigen Reformen einzuleiten". Die betroffenen Eltern und Schüler hätten für Zuständigkeitsdebatten zwischen Bund und Ländern kein Verständnis.

Auch die vom Bund angebotenen Hilfen für besseren Deutschunterricht für Ausländerkinder in den Schulen sowie allgemeine Maßnahmen zur Verbesserung von Lesekompetenz und Textverständnis stoßen bei den Bildungsministern von CDU und CSU auf Widerstand. Der Bund solle sich ausschließlich auf Projekte außerhalb der Schulen beschränken, heißt es in einer Vorlage für die Sitzung.

Bulmahn warnte die Länder davor, die gemeinsam von Bund und Ländern im "Forum Bildung" verabredeten Reformen weiter zu verschleppen. Die Förderung der Sprach-, Lese- und Schreibkompetenz von Schülern, mehr Deutschunterricht für Migrantenkinder und auch ein besserer mathematisch-naturwissenschaftlicher Unterricht duldeten keinen Aufschub.



© SPIEGEL ONLINE 2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.