Proteste gegen Kohleabbau Aktivisten besetzen Kohlebunker in Garzweiler

Mehrere Organisationen haben Protestaktionen gegen die Nutzung von Kohle und Gas angekündigt. Teile des Braunkohletagebaus Garzweiler sind bereits besetzt. Der Bahnverkehr läuft eingeschränkt.
"Frack off!": Protestaktion im Tagebau Garzweiler

"Frack off!": Protestaktion im Tagebau Garzweiler

Foto: Sascha Schuermann / Getty Images

Im rheinischen Braunkohlerevier ist es am Samstag immer wieder zu Besetzungen und Blockaden von Kohleanlagen gekommen. Demonstranten waren unter anderem in den Tagebau Garzweiler eingedrungen, wie die Polizei berichtete. Ein Sprecher des Energiekonzerns RWE sagte am Vormittag, in einem Kohlebunker und an einem Transportband befänden sich Menschen. Im Kraftwerk Weisweiler sei ebenfalls ein Kohlebunker besetzt.

Das Bündnis "Ende Gelände", das die Aktionen organisiert hat, fordert den sofortigen Ausstieg aus der Nutzung von Kohle und Gas für die Stromerzeugung in Deutschland.

Die Protestaktionen hatten auch Auswirkungen auf den Zugverkehr in der Region. Regionalzüge und S-Bahnen mussten wegen polizeilicher Ermittlungen umgeleitet werden oder fielen aus, teilte die Deutsche Bahn über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Die Polizei kündigte an, es könne im Zugverkehr "kurzfristig zu weiteren Sperrungen und Maßnahmen kommen".

Eine Sprecherin des Aktionsbündnisses "Ende Gelände" warf der Polizei vor, sie habe Züge gestoppt, um die Anreise von Aktivisten zu angemeldeten Versammlungen zu erschweren. Bei der Aachener Polizei hieß es, die Sperren an einzelnen Bahnhöfen seien "taktische Maßnahmen", mit denen das Eindringen weiterer Personen in den Tagebau verhindert werden solle.

"Extrem klimaschädlich"

"Ende Gelände" kündigte an, dass sich im Laufe des Tages etwa 3000 Teilnehmer an Blockadeaktionen beteiligen sollten. Sie näherten sich in mehreren Gruppen dem Tagebau. Die Polizei hat ein Großaufgebot im Einsatz. Der Aachener Polizeipräsident Dirk Weinspach hatte ein konsequentes Einschreiten bei gewalttätigen und rechtswidrigen Aktionen angekündigt.

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Die Proteste richten sich diesmal nicht nur gegen die Braunkohle. Auch vor einem Gaskraftwerk in Düsseldorf protestierten etwa 150 Demonstranten, wie die Polizei bestätigte. Auch Gas sei "extrem klimaschädlich", sagte eine Sprecherin von "Ende Gelände". Deshalb müsse sofort aus allen fossilen Energien ausgestiegen werden.

Für den Mittag hatten die "Initiative Alle Dörfer bleiben " und die Bewegung Fridays for Future am Tagebau Garzweiler II zu einer Demonstration aufgerufen. RWE will im Zuge des weiteren Kohleabbaus die Bewohner von fünf Dörfern umsiedeln und die Ortschaften abbaggern.

koe/dpa
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