Warschauer Aufstand von 1944 Bundespräsident Gauck lobt enge Freundschaft mit Polen

Joachim Gauck hat in Berlin eine Ausstellung zum Warschauer Aufstand vor 70 Jahren eröffnet. Dabei würdigte der Bundespräsident die enge Freundschaft zum Nachbarland.
Bundespräsident Gauck: "Heute wollen wir Frieden und Demokratie gemeinsam schützen"

Bundespräsident Gauck: "Heute wollen wir Frieden und Demokratie gemeinsam schützen"

Foto: Maurizio Gambarini/ dpa

Berlin - Am 1. August 1944 hatten sich die Bewohner Warschaus gegen die deutschen Besatzer erhoben. 70 Jahre später hat nun Bundespräsident Joachim Gauck gemeinsam mit seinem polnischen Kollegen Bronislaw Komorowski eine Ausstellung zum Warschauer Aufstand eröffnet. Die Ausstellung in Berlin sei "notwendig, vielleicht überfällig", sagte Gauck. Er hob die "spezifisch polnische Perspektive" der Ausstellung in der Topografie des Terrors hervor. Diese helfe zu verstehen, "welche besondere Rolle der Warschauer Aufstand in der polnischen Geschichte spielt".

Die Widerstandskämpfer hatten vor 70 Jahren auf die Unterstützung der vorrückenden Alliierten-Truppen gehofft. Deren Hilfe blieb jedoch aus. Nach mehr als 60 Tagen wurde der Aufstand niedergeschlagen, mehr als 170.000 Warschauer starben. In Polen ist der Protest bis heute ein Symbol für den Kampf um Freiheit und Unabhängigkeit.

In Deutschland ist das historische Ereignis dagegen weniger präsent, sagte Gauck. Vielmehr habe sich der deutsche Überfall auf Polen am 1. September 1939 als Beginn des Zweiten Weltkriegs tief in das Bewusstsein der Deutschen eingegraben.

"Es grenzt für mich an ein Wunder"

Gauck würdigte die Fähigkeit der Polen zu vergeben, "als Deutsche Reue zeigten". Abgesehen von einem Teil der Tschechoslowakei sei kein anderes Land länger von der Wehrmacht besetzt gewesen als Polen, kein anderes so systematisch durch Verschleppung und Mord entvölkert worden. Auf polnischem Boden habe das NS-Regime die meisten Konzentrationslager errichtet, in denen Millionen europäischer Juden ermordet wurden.

Angesichts der Ereignisse der Vergangenheit "grenzt es für mich an ein Wunder, dass Polen und Deutsche heute nicht nur Nachbarn sind, die sich vertragen, sondern Freunde, die sich mögen". Heute seien Deutsche und Polen in gemeinsamen politischen und militärischen Bündnissen verbunden. "Heute wollen wir Frieden und Demokratie gemeinsam schützen."

vek/dpa/AFP
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