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09. November 2014, 16:40 Uhr

SPD zu Gaucks Kritik an Linkspartei

"Das hätte ihm nicht passieren dürfen"

Nach seiner Kritik an der Linken löste Joachim Gauck Diskussionen darüber aus, ob ein Bundespräsident parteiisch sein darf. Im SPIEGEL wird das Staatsoberhaupt nun stark von SPD-Politikern angegangen.

Prominente linke SPD-Politiker verschärfen ihre Kritik an Bundespräsident Joachim Gauck. "Da ist Gauck einen Schritt zu weit gegangen", erklärt SPD-Vorstandsmitglied Joachim Poß mit Bezug auf Gaucks jüngste Äußerungen zur Linkspartei. "Das hätte ihm nicht passieren dürfen."

Carsten Sieling, Sprecher der Parlamentarischen Linken im Bundestag, sagte: "Die SPD braucht in Sachen Koalitionsbildung keine Nachhilfe."

Gauck hatte in einem Interview daran gezweifelt, dass man der Linken trauen kann, und damit rot-rot-grüne Bündnisse wie in Thüringen vorgesehen infrage gestellt.

Seinem Ansehen in der Bevölkerung haben diese Äußerungen offensichtlich nicht geschadet: Eine deutliche Mehrheit der Deutschen hält Gauck für einen guten Präsidenten. In einer Umfrage, die TNS Forschung im Auftrag des SPIEGEL führte, plädieren 69 Prozent der Deutschen für eine zweite Amtszeit Gaucks. Nur 21 Prozent wünschen sich einen anderen Kandidaten.

Auch für Kanzlerin Angela Merkel hätte es Vorteile, wenn Gauck im Amt bleibt. Sie kann sich nach SPIEGEL-Informationen eine zweite Amtszeit gut vorstellen.

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