Umfrage Deutsche gegen Engagement im Gaza-Konflikt

Deutschland soll sich aus dem Gaza-Konflikt heraushalten. Das fordern 69 Prozent der Befragten im aktuellen "ARD-Deutschlandtrend". Die Hauptverantwortung für den Konflikt liege sowohl bei Israel als auch bei der Hamas.
Israelischer Soldat nahe der Grenze zu Gaza: Laut einer Umfrage wollen die Deutschen, dass sich die Bundesregierung aus dem Konflikt heraushält.

Israelischer Soldat nahe der Grenze zu Gaza: Laut einer Umfrage wollen die Deutschen, dass sich die Bundesregierung aus dem Konflikt heraushält.

Foto: AMIR COHEN/ REUTERS

Köln - "Wie sollte sich Ihrer Meinung nach Deutschland im Gaza-Konflikt verhalten?" Auf diese Frage antwortete eine große Mehrheit beim aktuellen "ARD-Deutschlandtrend" damit, die Bundesregierung solle sich heraushalten. 69 Prozent der Befragten vertraten diese Meinung. Lediglich 10 Prozent gaben an, die Regierung solle sich entschlossener für die Palästinenser einsetzen. Weitere 6 Prozent wünschen sich mehr Engagement für Israel.

Einen Hauptschuldigen für die Krise benennen die Befragten bei der Umfrage nicht: Verantwortlich für den Gaza-Krieg seien sowohl Israel als auch die radikal-islamische Hamas, sagten 64 Prozent der Befragten. 15 Prozent sehen Israel als Hauptverantwortlichen, 14 Prozent die Hamas.

Der israelische Vize-Premier und Außenminister Avigdor Lieberman hatte Deutschland am Donnerstag zu mehr Engagement in dem Konflikt aufgefordert. Berlin müsse die Regierungen der EU an einen Tisch bringen und eine Lösung entwickeln, um die wirtschaftliche und humanitäre Katastrophe in Gaza abzuwenden. Außerdem sollten deutsche Inspektoren nach Gaza geschickt werden.

Kein Vertrauen in Russland

Auch ein weiterer Konflikt, der im Fokus der westlichen Politik steht, wurde bei der Befragung thematisiert. Der Aussage "Russland trägt einen großen Teil der Verantwortung für die Eskalation der Lage in der Ostukraine" stimmten 80 Prozent der Befragten zu. Deswegen finden 70 Prozent von ihnen die verschärften EU-Sanktionen, die auf die russische Wirtschaft abzielen, für richtig. Ein Drittel ist der Meinung, Russland und der Westen werden auf lange Sicht keine Partner mehr sein. Man könne Russland nicht vertrauen, befürchten 82 Prozent.

Vertreter der 28 EU-Mitgliedstaaten haben Ende Juli Strafmaßnahmen beschlossen, die den russische Zugang zu den EU-Finanzmärkten erschweren und Rüstungsexporte verbieten. Außerdem gilt ein Exportstopp für Hochtechnologie-Geräte, vor allem im Bereich der Ölförderung. Als Reaktion hat der Kreml eine Liste von Produkten erstellt, die nicht mehr aus der EU, den USA, aus Kanada, Norwegen und Australien nach Russland eingeführt werden dürfen. Dazu zählen Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch sowie Milch und Molkereiprodukte.


Daten zur Umfrage

Frage: Wie sollte sich Ihrer Meinung nach Deutschland im Gaza-Konflikt verhalten?

Stichprobe: 1003 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger

Zeitraum: 4. und 5. August 2014

Statistische Fehlertoleranz: 1,4 bis 3,1 Prozentpunkte

vek
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.