Geheimdienst NS-Verbrecher sollte für den BND Fidel Castro ausspionieren

Vier Jahre lang hat der Bundesnachrichtendienst den ehemaligen NS-Verbrecher Walther Rauff beschäftigt. Nach SPIEGEL-Informationen sollte der Erfinder der mobilen Gaskammer Fidel Castro ausspionieren. Heute distanziert sich der BND von seinem Ex-Mitarbeiter.

Hamburg - Der Bundesnachrichtendienst hat nach SPIEGEL-Informationen den ehemaligen SS-Standartenführer und NS-Verbrecher Walther Rauff zwischen 1958 und 1962 als Agenten beschäftigt. Der damals in Chile lebende Rauff hatte 1941 mobile Gaskammern entwickelt und deren Einsatz koordiniert.

Für den BND sollte Rauff Informationen aus Kuba besorgen; er erhielt vom BND insgesamt mehr als 70.000 Mark und wurde von diesem gedeckt. Obwohl ein Haftbefehl vorlag, schulte der Dienst Rauff in der Bundesrepublik.

Heute distanziert sich der BND von seinem ehemaligen Mitarbeiter. Die Anwerbung Rauffs sei "politisch und moralisch in keiner Hinsicht vertretbar", erklärte Bodo Hechelhammer, Leiter der Forschungs- und Arbeitsgruppe Geschichte des BND gegenüber dem SPIEGEL.

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