Geheimer Vorschlag Adenauer wollte West-Berlin gegen DDR-Gebiete tauschen

Für das Kanzleramt wäre es "ein vorteilhafter Tausch" gewesen: Konrad Adenauer wollte West-Berlin aufgeben, wenn Teile der DDR dafür an die Bundesrepublik gegangen wären. Laut SPIEGEL-Informationen geht das aus bislang geheim gehaltenen Dokumenten hervor.
Kanzler Adenauer, Präsident Kennedy 1962: "Ein vorteilhafter Tausch"

Kanzler Adenauer, Präsident Kennedy 1962: "Ein vorteilhafter Tausch"

Foto: DPA

Kanzler Konrad Adenauer schlug während der Berlin-Krise 1961/62 der US-Regierung John F. Kennedys vor, den Sowjets einen geheimen Deal anzubieten: West-Berlin gegen Thüringen sowie Teile Mecklenburgs und Sachsens. Das geht aus Dokumenten hervor, welche die Bundesregierung jetzt freigegeben hat. Die Gebiete um Schwerin und Leipzig waren am Ende des Zweiten Weltkriegs von Briten und Amerikanern erobert und dann von diesen zugunsten der Sowjets wieder geräumt worden.

Der Vorschlag des ersten Kanzlers der Bundesrepublik zielte offenbar darauf ab, diesen Tausch aus der unmittelbaren Nachkriegszeit wieder rückgängig zu machen. Als Ergebnis wären zusammenhängende Einflusszonen entstanden, ohne die West-Berliner Insellage. Die DDR hätte damit allerdings bedeutende Industriegebiete verloren. Nach Einschätzung des Kanzleramts wäre es für Bonn "ein vorteilhafter Tausch" gewesen.

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