Geiseln in Algerien Regierung redet mit Mali

In das Tauziehen um die Freilassung der 15 Touristen in Algerien scheint wieder Bewegung zu kommen. Ein Vertreter der Bundesregierung ist in Mali eingetroffen. Denn dorthin sollen die Geiseln inzwischen verschleppt worden sein.


Berlin/Bamako - Die Bundesregierung bemüht sich nun im westafrikanischen Staat Mali intensiv um die Freilassung der 15 Sahara-Geiseln. Der Staatssekretär im Auswärtigen Amt (AA), Jürgen Chrobog, traf am Dienstag zu Regierungsgesprächen in der Hauptstadt Bamako ein. "Wir wollen jetzt feststellen, wo die Geiseln sind", sagte Chrobog am Abend in den ARD-"Tagesthemen". Es gehe darum, die Freilassung der Verschleppten "gesund und lebend" zu erreichen.

Nach ARD-Informationen verdichten sich die Hinweise, dass sich die Geiseln im Norden Malis befinden. Mali ist ein Nachbarland Algeriens. In der algerischen Sahara waren die zehn Deutschen, vier Schweizer und ein Niederländer vor etwa fünf Monaten entführt worden. Von Forderungen der Entführer ist bislang nichts bekannt geworden. Eine erste Gruppe von 17 Geiseln war im Mai befreit worden.

"Die Bemühungen, die Betroffenen gesund und sicher nach Hause zu bringen, werden unverändert fortgesetzt", hatte ein AA-Sprecher in Berlin am Vormittag lediglich mitgeteilt. Das Außenministerium blieb damit bei seiner Linie, zum Schutz der entführten Touristen keine Angaben zu deren Schicksal oder zu Regierungskontakten zu machen. Staatssekretär Chrobog war in den vergangenen Wochen bereits in Algier zu Regierungsgesprächen über das Geiseldrama gewesen.



© SPIEGEL ONLINE 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.