Generalinspekteur Kujat Bundeswehr nicht voll einsatzfähig

Keine starke Truppe: Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, hat die Verfassung der deutschen Streitkräfte kritisiert. Sie seien nicht voll einsatzbereit, so seine Kritik.


Harald Kujat: Im Gespräch mit Tauchern der Bundeswehr
DPA

Harald Kujat: Im Gespräch mit Tauchern der Bundeswehr

Hamburg - In einem Interview mit der "Bild"-Zeitung (Freitagsausgabe) sagte Kujat wörtlich: "Ganz klar: Die Bundeswehr ist nicht zu 100 Prozent einsatzbereit. Wir stecken mitten in einem Reformprozess. Außerdem stoßen wir mit den Einsätzen in Bosnien und im Kosovo an die Grenze der Belastbarkeit."

Kritisch äußerte sich Kujat zudem über die Situation an zahlreichen Standorten. Der Generalinspekteur betonte: "Viele Kasernen, vor allem im Westen, sind in einem bedenklichen Zustand. Wir haben schließlich viel im Osten investiert. Auch die Materiallage ist kritisch. Das gilt für Waffen und Fahrzeuge." In diesem Zusammenhang bemängelte Kujat auch die unzureichenden Möglichkeiten in der Bundeswehr bei dringenden Reparaturen. Er sagte: "Leider häufen sich die Fälle von unkontrolliertem Kannibalismus. Es darf nicht zur Regel werden, dass fünf Fahrzeuge ausgeschlachtet werden, um eines zum Fahren zu bringen."

Sehr gute Erfahrungen habe die Bundeswehr mit dem Einsatz von Soldatinnen gemacht. Kujat meint: "Von den 244 Soldatinnen, die sich am 1. Januar zum Dienst gemeldet haben, sind bisher nur neun ausgeschieden. Ich muss sagen: Die Mädchen haben eine präzisere Vorstellung davon, in welche Richtung sie sich spezialisieren wollen. Sie haben auch bessere Testergebnisse."



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