FDP-Urgestein Genscher lobt Merkels Flüchtlingspolitik

Der Grandseigneur der FDP verteidigt den Kurs der Großen Koalition in der Flüchtlingskrise. In einem Interview sagt Hans-Dietrich Genscher: "Für Menschlichkeit gibt es keine Grenzen, auch keine Obergrenzen."

Ex-Außenminister Genscher (Anfang September): "Ich kann nachempfinden, was Frau Merkel gesagt hat"
DPA

Ex-Außenminister Genscher (Anfang September): "Ich kann nachempfinden, was Frau Merkel gesagt hat"


Der frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) hat die Entscheidungen der Großen Koalition in der Flüchtlingskrise gelobt. Die Grenzöffnung für in Ungarn weilende Flüchtlinge sei "eine große, wichtige, gute Entscheidung" gewesen, sagte Genscher der "Welt am Sonntag". "Sie zeigt, dass wir uns der Verantwortung stellen."

Genscher appellierte an alle EU-Staaten, Flüchtlinge aufzunehmen. "Die Flüchtlinge gehen nicht nur Deutschland, Österreich, Schweden etwas an, sondern alle Staaten in Europa, in der Welt", sagte er. "Wenn einige EU-Staaten nun sagen: ,Kein Thema, wir liegen nicht am Mittelmeer', ist das egoistisch und verantwortungslos."

Genscher verteidigte die Worte von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), es sei nicht ihr Land, wenn Deutschland sich entschuldigen müsse für ein freundliches Gesicht. "Ich kann nachempfinden, was Frau Merkel gesagt hat. Denn wenn Deutschland ein Land des guten Beispiels ist, dann ist das etwas sehr Schönes nach allem, was war in unserer Geschichte", sagte Genscher. Er fügte hinzu: "Für Menschlichkeit gibt es keine Grenzen, auch keine Obergrenzen."

Der FDP-Politiker würdigte die Arbeit von Bundespräsident Joachim Gauck, Kanzlerin und Außenminister. "Frau Merkel und Herr Steinmeier übernehmen Verantwortung in sehr schwierigen Zeiten, und sie machen das klug. Ich sage das genauso für den Bundespräsidenten", sagte Genscher.

Auf die Frage, ob Frank-Walter Steinmeier ein guter Bundespräsident wäre, antwortete er: "Herr Steinmeier ist ein erfahrener und guter Außenminister, und er wäre gewiss auch ein guter Bundespräsident."

wal



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