George Bush Ein entschiedener Fürsprecher der Wiedervereinigung


Washington/Berlin - Dass George Bush Ehrenbürger Berlins wird, ist nur folgerichtig. Der 41. Präsident der USA war ein entschiedener Fürsprecher der deutschen Wiedervereinigung. In seine Amtszeit (1989-93) fielen das Ende des Kalten Krieges und der Zusammenbruch des Kommunismus. Ohne Zögern unterstützte der vorerst letzte republikanische US-Präsident die deutsche Vereinigung gegen Bedenken aus Paris, London und Moskau.

Aus der aktiven Politik zog er sich nach seiner Wahlniederlage gegen den Demokraten Bill Clinton zurück. Trotzdem verbringt der 75-Jährige einen unruhigen Ruhestand. Als Ratgeber, hoch bezahlter Redner und Förderer sozialer Programme ist der Wahl-Texaner auch fast sieben Jahre nach dem Verlassen des Weißen Hauses ein gefragter Mann. Fit genug ist er: Noch wenige Tage vor seinem 75. Geburtstag am 24. Juni sprang der einstige Marineflieger mit dem Fallschirm aus 4000 Metern Höhe ab.

Der rüstige Pensionär hat mit Gattin Barbara (74) fünf Kinder und 25 Enkel. Aus dieser Schar ragt George W. Bush Junior als Gouverneur von Texas klar heraus, denn er hat es in der Hand, seinem Vater als nächster republikanischer Präsident im Weißen Haus zu folgen. Der älteste Sohn ist hoher Favorit für die Präsidentschaftskandidatur der Partei im November 2000. Darüber hinaus ist auch Sohn Jeb Bush als Gouverneur Floridas ein erfolgreicher Politiker.

Mit 24 Jahren ging Bush Senior, der Spross eines Geschäftsmannes und Politikers aus Milton im Neuenglandstaat Massachusetts, nach Texas und wurde im Ölgeschäft zum Millionär. Dort legte er den Grundstein für Karriere und wichtige Freundschaften. Er war Kongress-Abgeordneter in Washington, Uno- Botschafter in New York, Parteigeschäftsführer, Missionschef in Peking, CIA-Direktor und acht Jahre lang Vizepräsident unter Ronald Reagan, ehe er selbst Präsident wurde.

Bush hat die Politik Reagans grundsätzlich fortgesetzt. Zu seinen größten Erfolgen zählt die multilaterale Koalition 1990 gegen den Irak nach der Besetzung Kuwaits und der anschließende Sieg im Golfkrieg. Im Oktober 1991 fand auf seine Initiative hin in Madrid die internationale Nahostkonferenz statt, die den Grundstein zum Friedensprozess in der Region legte. Als Staatsmann konnte Bush aber nie aus dem Schatten seines populären Vorgängers heraustreten.



© SPIEGEL ONLINE 1999
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.