Geplante Ansprache im Bundestag Künast stoppt grüne Papst-Kritiker

Soll Benedikt XVI. eine Rede vor dem Bundestag halten? Einige Grüne haben das abgelehnt - der Papst sei homophob, so die Begründung. Doch nach SPIEGEL-Informationen hat Fraktionschefin Renate Künast jetzt das Nein ihrer Fraktion kassiert.

Papst Benedikt XVI.: Rede vor dem Bundestag geplant
dpa

Papst Benedikt XVI.: Rede vor dem Bundestag geplant


Hamburg/Berlin - "Der Papst ist eingeladen, das ist in Ordnung so", sagt Renate Künast zur geplanten Rede des Kirchenoberhaupts vor dem Bundestag. "Da gehen wir hin - und zwar respektvoll." Die Fraktionschefin der Grünen korrigiert damit ihren Parlamentarischen Geschäftsführer Volker Beck. Der hatte noch am Freitag namens der Bundestagsfraktion gesagt: "Einvernehmen für die Einladung des Bundestags an den Papst, vor dem deutschen Parlament zu sprechen, gab es mit uns nicht."

Begründet hatte Beck die Ablehnung damit, dass Benedikt XVI. homophob sei. "Der Papst hält mich für 'objektiv ungeordnet', so viel zur Toleranz des Papstes gegenüber Schwulen und Lesben", sagte Beck.

Das grüne Nein war von den christlichen Parteien scharf kritisiert worden - löste aber auch parteiintern Debatten aus.

Künast plädiert jetzt dafür, nach Benedikt XVI. auch anderen Glaubensführern Rederecht im Bundestag einzuräumen: "Uns liegt am Herzen, alle Religionsgemeinschaften gleich zu behandeln."

Der Papst wird im September 2011 zu seiner ersten offiziellen Staatsvisite in Deutschland erwartet, er will unter anderem das Bistum Erfurt und das Erzbistum Freiburg besuchen. Seit seiner Ernennung zum Papst war Benedikt XVI. zweimal in Deutschland: 2005 reiste er zum Weltjugendtag in Köln, 2006 fuhr er in seine bayerische Heimat.



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