Schröder über SPD-Pläne Altkanzler stellt Gang in die Opposition infrage

"Ich weiß nicht, ob es vernünftig war": Gerhard Schröder hat Zweifel am Beschluss der SPD geäußert, statt in eine Koalition in die Opposition zu gehen.

Altkanzler Gerhard Schröder
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Altkanzler Gerhard Schröder


Gerhard Schröder stellt den Gang der SPD in Opposition infrage. "Ich weiß nicht, ob es vernünftig war", sagte der Altkanzler und frühere Parteichef auf dem Versicherungstag 2017 in Berlin.

"Trotzdem, es ist entschieden worden", sagte Schröder. Nun müssten die politisch Aktiven entscheiden und verantworten, was zu tun sei. Die Sozialdemokraten hatten mit 20,5 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis der Nachkriegszeit eingefahren. Am Wahlabend hatten sie schon schnell bekannt gegeben, für eine Koalition nicht zur Verfügung zu stehen. Stattdessen will die SPD sich nun als stärkste Oppositionspartei im Bundestag profilieren.

Schröder rechnet mit dem Zustandekommen einer Jamaikakoalition. Nach Lage der Dinge werde es wohl eine Regierung von Union, FDP und Grünen mit einer tragfähigen Mehrheit geben. "Ich glaube, die werden sich zusammenreißen, und die werden das machen."

Die Mehrheitsbildung im Bundestag mit sechs Fraktionen sei zwar "verdammt schwierig". Dies sei aber eine "lösbare Aufgabe". Nun sei es wichtig, rasch mit Koalitionsverhandlungen beginnen, sagte Schröder. Auch Europa brauche ein stabiles Deutschland in seiner Mitte.

Neuwahlen hält der Altkanzler nicht für sinnvoll. "Man kann dem Volk in einer Demokratie nicht sagen: 'Leider habt ihr falsch abgestimmt, versucht es doch noch mal.'"

als/Reuters

insgesamt 88 Beiträge
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Dumme Fragen 27.09.2017
1. Rot-Rot-Grün-Gelb!
Nicht ganz ein Regenbogen, aber eine "Regenbogen-Koalition"! Ich denke, diese Kombi wäre genauso wahrscheinlich wie Jamaika!
mostly_harmless 27.09.2017
2.
Schröder hat nun wirklich genug gegen die SPD getan. Der soll mal die Klappe halten.
karl-felix 27.09.2017
3. Natürlich
war es die unvernünftige Reaktion einer beleidigten Leberwurst . Wenn ihr mich nicht zum Kanzler wollt , bekommt ihr von meinem Wahlprogramm gar nichts. Gerechtigkeit hin oder her, was kümmert mich mein Geschwätz von gestern . Unglaublich dieser Schulz. Da war Steinmeier ein Ehrenmann gegen . Bei einem solchen Wahlergebnis, dem schlechtesten seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland, tritt man als Spitzenkandidat von allen seinen Ämter zurück und überlässt die politischen Zukunftsfragen seinem Nachfolger. So ist das nichts anderes als Pöstchenrettung auf sinkendem Schiff. Der wird auch nach der nächsten Klatsche in Niedersachsen nichts dazulernen .
rolantik 27.09.2017
4. Schulz kann Schröder nicht das Wasser reichen
Trotz vieler Kritik an Schröder, eins muss man ihm lassen, er ist charismatisch und strategisch voll drauf. Schulz dagegen spielt beleidigte Leberwurst und ziegt sich schmollend in die Opposition zurück, in der er nicht einmal eine Funktion übernimmt. Parteivorsitzender ist keine politische Funktion, er wird bald öffentlich nicht mehr wahrgenommen, dafür sorgen schon seine Widersacher. Strategisch ein Riesenfehler nicht zumindest Koalitionsgespräche geführt zu haben, bei denen er die Kanzlerin voll auflaufen lassen könen. Diese Chance hat er sich wegen seines "Stolzes" vertan, wie einfach muss man gestrickt sein, um so ein Pfund aus der Hand zu geben. Als Erneuerer kommt er auch nicht infrage, das hätte er ja seit Amtsantritt schon einmal probieren können, aber da kam ihm der Hype dazwischen und er dachte, dass das genüge, wenn er da ist. Irrtum, arme SPD!
tutnet 27.09.2017
5. Warten wir mal bis nach der Wahl in Niedersachsen
Ich könnte mir vorstellen, daß die SPD dann doch noch ihrer Verantwortung gerecht wird. Gabriel machte den Job als Außenminister nicht schlecht. Lindner kann ich mir auf dem Posten nicht vorstellen und die Grünen werden unsinnige Forderungen stellen, die den Wirtschaftsstandort Deutschland ruinieren.
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