SPD ohne Kanzlerkandidat Schröder wünscht sich mehr Willen zur Macht

"Man muss den Eindruck erwecken, dass man nicht zum Jagen getragen werden will": Altkanzler Schröder verlangt von der SPD mehr Machtwillen - und Solidarität mit Parteichef Gabriel.

Gerhard Schröder
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Gerhard Schröder


Altkanzler Gerhard Schröder hat an die SPD appelliert, Schluss mit der Kritik an Parteichef Sigmar Gabriel zu machen. Die Aufgabe der Partei sei: "Hinter dem Vorsitzenden versammeln, ihn nicht allein lassen", sagte Schröder am Mittwoch in Berlin. "Das ist mir ernst."

Gabriel ist in seiner Partei nicht unumstritten. Es gibt Zweifel, ob er für 2017 der richtige Kanzlerkandidat ist - auch wenn bisher kein anderer die Aufgabe schultern will und ihm wohl niemand den Vortritt streitig machen würde. In Umfragen liegt die SPD derzeit bei rund 20 Prozent.

Um Wahlen zu gewinnen, brauche es Machtbewusstsein, sagte Schröder auf einer Feier zum 50-jährigen Bestehen der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen in der SPD-Bundestagsfraktion. "Wenn man Macht nicht wirklich will - demokratisch legitimierte Macht, auf Zeit verliehene Macht - dann glauben einem die Leute nicht, dass man gut regieren kann."

Weiter sagte Schröder: "Man muss schon den Eindruck erwecken, dass man nicht zum Jagen getragen werden will, sondern die anderen jagen will und nicht die eigenen Leute."

Gabriel selbst sagte als Vorredner Schröders, die SPD sei eine "linke Volkspartei, die natürlich auch in die Mitte ausgreifen will". Der Vizekanzler hat sich bisher nicht geäußert, ob er seine Partei als Kanzlerkandidat in die Bundestagswahl 2017 führen will. Sprachregelung der SPD ist bisher, dass die Kanzlerkandidatur frühestens Anfang 2017 geklärt werde.

wal/dpa/Reuters



insgesamt 116 Beiträge
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fusselsieb 01.06.2016
1. Den Fehler hat Gabriel gemacht
Der hätte niemals mit 75% den Vorsitz übernehmen dürfen. Schon im Vorfeld war das klar. Bei 90-95 % hätte man sagen können, okay, die überwiegende Mehrheit ist für Gabriel, da halte ich still. Aber so... Der klebt nur noch an seinen Posten und dann muß der auch weg. Das es nicht ruhiger wird, hätte er wissen müssen. Dazu immer noch sein Anspruch auf die Kanzlerkandidatur. Nee, der hat den Sinn für die Realität verloren.
Skyscanner 01.06.2016
2. Oh je - Schröder stützt Gabriel
Das kommt mir so vor wie wenn ein Fußball Verein sagt wir stehen zu unseren Trainer bzw. er hat unser vollstes Vertrauen. Dann ist er am nächsten Tag entlassen - für die SPD wäre es eine Erlösung und für den überforderten Gabriel wohl auch.
metrop 01.06.2016
3. Hä?
"Hinter dem Vorsitzenden versammeln, ihn nicht allein lassen" Ihr habt uns, normale Arbeiter doch allein gelassen. 40 Jahre arbeiten, wenn du dann Arbeitslos wirst, Hartz 4 nach 18 Monaten. Rentenkürzung auf 43% vom Netto, die dann aber versteuert. Maschmayerrente äh Risterrente die nichts bringt. Die Basis soll sich hinter dem Vorsitzenden stellen? Die Basis ist zu den Linken, AFD oder zu den Nichtwählern gegangen. Tschüß SPD, spielt schön mit der FDP.
Dr. Klötenbröhmer 01.06.2016
4. Ja klasse !!!
Die beiden Totengräber der Sozialdemokratie stützen sich gegenseitig. Es dauert nicht mehr lange bis Herbert Wehner von den Toten aufersteht und den beiden den Marsch bläst.
teloudis 01.06.2016
5. Der Schöder
auch noch, bei Ihm hat es ja angefangen, die SPD in den Keller zu fahren. Und nun meldet er es sich zur Wort und erteilt Hilfe für Gabriels Beistand. Ich lach mich tot, wo die SPD bei 19% angekommen ist. Und die Krönung ist, der Gabriel ist stolz auf diese 19%. Hier sieht man den Realitätsverlust von Schröder und noch viel schlimmer von Gabriel selbst. Wetten dass die SPD, wenn es so weiter geht die 10% Marke erreicht ?? Frau Nahles, die Hüterin der Leiharbeiter hat es Heute bewiesen, mit Ihrem herum schrauben an diesem Gesetz.
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