Gerhard Schröder über Lehrer Doch keine "faulen Säcke"

Vor 25 Jahren hatte Gerhard Schröder Lehrer als "faule Säcke" bezeichnet. Jetzt hat sich der der Altkanzler "eines Besseren belehren lassen müssen".
Gerhard Schröder

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Kay Nietfeld/ dpa

Vor 25 Jahren sagte Gerhard Schröder, damals Ministerpräsident von Niedersachsen, später Bundeskanzler, über Lehrer im Gespräch mit einer Schülerzeitung: "Ihr wisst doch ganz genau, was das für faule Säcke sind." Das sorgte damals für Empörung. Nun hat der Altkanzler seine Aussage relativiert.

"Ich hab das früher mal ein bisschen überzogen kritisiert, aber ich hab mich eines Besseren belehren lassen müssen: Es gibt ein großes Engagement von vielen über den Schulalltag hinaus", sagte Schröder in seinem an diesem Dienstag erscheinenden Podcast "Die Agenda".

Schule könne soziale Unterschiede nicht wettmachen

Die Lehrer allein könnten aber die sozial unterschiedlichen Voraussetzungen der Schüler nicht wettmachen. Wenn die Eltern morgens "schlecht aufstehen können und die Kinder dann im Winter auf einmal im Schlafanzug mit 'nem Parka drüber in der Schule sind [...] dann macht das ein Problem, das die Schule nur bedingt aufarbeiten kann."

Wenn heute der Computer in der Familie fehle, hätten es die Kinder deutlich schwieriger, sagte der Altkanzler. "Gott sei Dank bin ich nicht derjenige, der die Kinder lehren muss, wie man mit Computern umgeht. Denn ich komme gerade mit dem Handy zurecht."

Südkorea und Deutschland hätten guten Umgang mit Krise gefunden

In der aktuellen Folge seines Podcasts spricht Schröder mit Musikproduzent Mousse T. unter anderem über Bildungschancen und die Coronakrise. Wie die Politik mit der Krise umgegangen sei, sei super gewesen, sagte Mousse T. Und Schröder stimmte zu: "Es gibt kaum ein Land, in dem man in einer solchen Situation besser und lieber lebt als in Deutschland. Das haben die, und das muss ich auch mit Respekt vor der Kanzlerin, vor der Bundesregierung sagen, richtig gut gemacht." Das lasse sich nicht bestreiten. "Ich will nur leise anmerken, in der Heimat meiner wunderbaren Frau - Südkorea - haben sie es auch gut gemacht."

höh/dpa
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