Russlands Krieg und der Altkanzler Zwei Stimmen für Schröder

Gerhard Schröder steht wegen seiner Nähe zu Putin im Feuer. Nach Doris Schröder-Köpf springt ihm nun auch seine aktuelle Ehefrau Soyeon Schröder-Kim bei – und wirft dem Springer-Verlag eine Kampagne vor.
Soyeon Schröder-Kim, Gerhard Schröder (im Jahr 2019): »Ihr könnt Euch sicher sein«

Soyeon Schröder-Kim, Gerhard Schröder (im Jahr 2019): »Ihr könnt Euch sicher sein«

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Britta Pedersen/ dpa

Es ist einsam geworden um Gerhard Schröder, und der Druck wächst: Bundeskanzler Olaf Scholz hat den Altkanzler öffentlich aufgefordert, seine Posten bei russischen Staatsunternehmen niederzulegen. Doch bisher hat Schröder es abgelehnt, sich von Russlands Machthaber Wladimir Putin zu distanzieren und dessen Angriffskrieg auf die Ukraine zu verurteilen, auch an seinen Posten in staatlichen oder staatsnahen russischen Energiekonzernen hält er fest. »Mein Rat an Gerhard Schröder ist doch, sich aus diesen Ämtern zurückzuziehen«, sagte Scholz am Donnerstag bei »Maybrit Illner«. Das sei keine Privatsache. Man sei einem solchen öffentlichen Amt, wie Schröder es hatte, auch über seine Amtszeit hinaus verpflichtet. »Diese Verpflichtung endet nicht, wenn man die Ämter nicht mehr ausübt, sondern sie geht auch weiter.«

Die SPD hat Schröder aus der Onlinegalerie »Große Sozialdemokrat*innen« gestrichen. Die Entscheidung dafür trafen die SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und Lars Klingbeil. Gegen Schröder läuft auch ein Parteiordnungsverfahren, daran ist der Bundesvorstand der Partei allerdings bislang nicht beteiligt.

Gerhard Schröder und Doris Schröder-Köpf (im Jahr 2012)

Gerhard Schröder und Doris Schröder-Köpf (im Jahr 2012)

Foto: Julian Stratenschulte/ dpa

Im SPD-Shop wurden sogar die Schröder-Tassen aus dem Regal genommen. Und in Hannover wird darüber debattiert, ihm die Ehrenbürgerwürde zu entziehen – was seine Ex-Frau Doris Schröder-Köpf dazu brachte, eine eindringliche Mitteilung an die SPD in der niedersächsischen Landeshauptstadt zu schicken: »Nach meiner festen Überzeugung dürfen wir Gerd nicht in eine Reihe mit Hitler stellen«, schrieb Schröder-Köpf in dem Brief, über den die »Bild« -Zeitung zuerst berichtet hat. Und weiter: »Mein Plädoyer auch mit Blick auf die ukrainische Forderung nach Gerd als Vermittler: keine Entscheidung jetzt!« Schröder-Köpf ist für die SPD Abgeordnete im niedersächsischen Landtag und Vizechefin des SPD-Stadtverbands Hannover.

Nun meldete sich auch Schröders aktuelle Ehefrau Soyeon Schröder-Kim auf Instagram zu seiner Verteidigung zu Wort: Sie sei »entsetzt, mit welcher Eilfertigkeit die SPD in der Führung, aber auch in vielen Grundorganisationen eine Kampagne vor allem des Springer-Verlags« meine, unterstützen zu müssen.

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Nebenbei bemerkt habe sich der Springer-Vorstandsvorsitzende Döpfner offenbar wenig Gedanken über die Auswirkungen auf den Weltfrieden gemacht, als er vorgeschlagen habe, die Nato solle in der Ukraine militärisch intervenieren. »Da war die Bitte des ukrainischen Botschafters in Deutschland nach einer Vermittlung zur Beendigung des Krieges durch meinen Mann bei Weitem rationaler.« Weiter schreibt Schröder-Kim: »Ihr könnt sicher sein, was auch immer mein Mann tun kann, um zur Beendigung des Krieges beizutragen, wird er tun, und zwar unabhängig von Ultimaten der SPD oder anderen Organisationen wie etwa dem DFB.«

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