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Kriminalität Gerichte frieren in Encrochat-Verfahren Mafiagelder in Höhe von Hunderten Millionen ein

aus DER SPIEGEL 8/2022

Deutsche Drogenfahnder haben kriminellen Nutzern von Encrochat-Krypto­handys den Zugriff auf Hunderte Millionen Euro entzogen. Das geht aus einer vertraulichen Unterlage der Polizei hervor. Demnach erwirkten Beamte seit 2020 gerichtliche Vermögens­arreste in Höhe von mehr als 319 Millionen Euro. Davon konn­ten bereits 187 Millionen Euro sichergestellt werden, etwa in Form von Immobilien, Autos und Bargeld. Da der Wert vieler Luxusgüter noch nicht festgestellt werden konnte, dürfte sich diese Summe noch erhöhen. Zudem sind die Ermittlungen ge­gen die bislang rund 3000 Nutzer noch nicht abgeschlossen. Französischen und niederländischen Fahndern war es im Frühjahr 2020 ge­lungen, den Server des in der Unterwelt populären Kryptodienstes zu infiltrieren. 12,1 Millionen abgefangene Chat­nachrichten betrafen Nutzer aus Deutschland. Wie aus dem Papier hervorgeht, fanden Beamtinnen und Beamte bei Durchsuchungen tonnenweise Drogen sowie Hunderte Schusswaffen. Derzeit warten die Mafiajäger auf die vollständige Übermittlung eines weiteren gehackten Datensatzes. Dabei geht es um den Kryptoanbieter Sky ECC. Dessen Kundenstamm soll in Deutschland fünfmal so groß sein wie der von Encrochat. Bislang konnte das Bundeskriminalamt knapp 700 Nutzer des Anbieters identifizieren.

jdl, rol
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