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07. November 2008, 13:41 Uhr

Gerüchte um Rückzug

Hessen-SPD sagt Ypsilanti-Auftritt ab

Der Termin mit Andrea Ypsilanti versprach spannend zu werden: Die SPD in Hessen hatte für den frühen Nachmittag eine Pressekonferenz angekündigt - doch nun heißt es: Alles auf Null, Auskunft über die politische Zukunft der Partei-Chefin werde es zunächst nicht geben.

Wiesbaden - Wirrwarr in Wiesbaden: Wer wird die Hessen-SPD in die für Januar geplante Landtagswahl führen? Die Partei hatte ursprünglich eine Pressekonferenz für die Mittagszeit angekündigt. Dies wurde als Reaktion gewertet auf Informationen der "Leipziger Volkszeitung", wonach Parteichefin Andrea Ypsilanti nicht mehr als Spitzenkandidatin antreten wolle. Gegenüber SPIEGEL ONLINE bezeichnete Pressesprecher Frank Steibli den Zeitungsbericht als "Spekulation". Eine Entscheidung über Ypsilantis Spitzenkandidatur sei noch nicht gefallen.

Dann änderte die Partei den Terminplan: Die Pressekonferenz wurde ersatzlos gestrichen.

Ypsilanti hatte gestern mitgeteilt, dass ihr die Spitzenkandidatur vom Landesvorstand angetragen worden sei. Sie wolle den Landesparteirat am Samstag über eine Zusage oder Absage informieren.

Die "Leipziger Volkszeitung" will jedoch erfahren haben, dass Ypsilanti zwar Parteichefin der SPD in Hessen bleiben, bei Neuwahlen aber nicht gegen Ministerpräsident Roland Koch (CDU) antreten wolle. Das sei das Ergebnis interner Beratungen Ypsilantis mit SPD-Gremien in Land und Bund, so das Blatt. Der hessische Landtag wird voraussichtlich im Januar vorzeitig neu gewählt.

"Frankfurter Allgemeine Zeitung" und "Die Welt" berichten, der SPD-Parteivorsitzende Franz Müntefering habe die Hessin zum Verzicht aufgefordert. So soll ein Neuanfang der Landespartei ermöglicht werden.

Laut "LVZ" will Ypsilanti ihren aus Nord-Hessen stammenden Stellvertreter Manfred Schaub als Spitzenkandidaten und Herausforderer Kochs vorschlagen. Der Geschäftsführer der hessischen SPD-Landtagsfraktion, Gert-Uwe Mende, sagte in Wiesbaden: "Eine solche Entscheidung ist nicht gefallen." Die Fraktion beriet zunächst noch über die Lage.

Ypsilanti war am Widerstand aus der eigenen Partei mit dem Versuch gescheitert, sich mit den Stimmen der Linkspartei zur Chefin einer rot-grünen Minderheitsregierung wählen zu lassen.

asc/cht/Reuters/dpa

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