Twitter-Streit über SPD-Vorsitz "Sehr halbstark, Paul"

CDU-Generalsekretär Ziemiak spottet über die Bewerbung von Gesine Schwan und Ralf Stegner auf den SPD-Vorsitz. Sein Kollege Klingbeil vom Koalitionspartner kontert umgehend.
CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak: "Neuauflage von 'Eine schrecklich nette Familie'"

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak: "Neuauflage von 'Eine schrecklich nette Familie'"

Foto: HAYOUNG JEON/EPA-EFE/REX

Gesine Schwan und Ralf Stegner bewerben sich gemeinsam um den SPD-Vorsitz. Kurz nach der Bekanntgabe sorgte die Kandidatur der beiden für eine Kabbelei unter den Generalsekretären der Koalitionspartner.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

"Stegner hat nun doch eine Frau gefunden... Wenn beide noch den Kevin adoptieren, könnten wir eine Neuauflage von 'Eine schrecklich nette Familie' aufführen", stichelte Paul Ziemiak von der CDU auf Twitter. Mit "Kevin" dürfte er Juso-Chef Kevin Kühnert gemeint haben.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Das wollte sein SPD-Kollege Lars Klingbeil so nicht stehenlassen: "Sehr halbstark, Paul. Verächtlich über Menschen reden, die sich engagieren. Aber wenigstens hört man überhaupt mal wieder was von Dir!", gab er ebenfalls auf Twitter zurück.

Auch Kühnert reagierte auf Ziemiaks Tweet. Nach dem Mord an dem hessischen Politiker Walter Lübcke habe die CDU die gezielte Vergiftung des gesellschaftlichen Klimas und die Verrohung des politisches Diskurses beklagt. "Nehmt ihr euch eigentlich selbst ernst?", twitterte er.

Schwan und Stegner wollen ihre Kandidatur am Freitag in Berlin öffentlich erklären. Der 59-jährige Stegner koordiniert seit Jahren den linken Flügel der Partei. Er gilt als Skeptiker der Großen Koalition von SPD und Union.

Die 76-jährige Schwan hatte bereits öffentlich eine Kandidatur erwogen. Sie kündigte zuletzt an, die SPD wieder stärker an ihren Grundwerten ausrichten zu wollen. "Wir sind so schrecklich mutlos", hatte sie jüngst dem SPIEGEL gesagt. 

Ralf Stegner, Gesine Schwan: Bewerbung um SPD-Vorsitz

Ralf Stegner, Gesine Schwan: Bewerbung um SPD-Vorsitz

Foto: Odd ANDERSEN and John MACDOUGALL / AFP

Um die Nachfolge der zurückgetretenen Parteichefin Andrea Nahles hatten sich bisher Europa-Staatsminister Michael Roth und die nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Christina Kampmann beworben. Diese beiden erfüllen als einzige bisher die geforderte Mindestunterstützung von Parteigliederungen.

SPD-Verfahren für den Parteivorsitz

Neben diesem Duo wollen die Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach und Nina Scheer antreten, ebenso wie die Oberbürgermeister von Flensburg und Bautzen, Simone Lange und Alexander Ahrens. Den Zweierteams gemeinsam ist, dass sie mehr oder weniger schnell aus der Großen Koalition austreten wollen oder ihr zumindest kritisch gegenüberstehen.

Fotostrecke

SPD-Kandidaten: Partei sucht Retter

Foto: Britta Pedersen/DPA

Außerdem kündigte der Vizepräsident des SPD-Wirtschaftsforums, Robert Maier, seine Kandidatur an. Auch der frühere Bundestagsabgeordnete Hans Wallow hatte mitgeteilt, dass er sich bewerben wolle.

Die SPD ist in einer tiefen Krise und erreicht in Umfragen derzeit nur 12 bis 14,5 Prozent. Seit Tagen wird gerätselt, ob sich noch SPD-Schwergewichte aus den Reihen der Minister oder Ministerpräsidenten um den Vorsitz bewerben.

als/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.