Gesundheit CDU-Politiker will Zigaretten verbieten

Die Diskussion über die Gefahren von Nikotin gewinnt an Schärfe. Gesundheitsexperten der Union setzen sich für ein generelles Verbot von Zigaretten ein. Sie seien "gemeingefährliche Mordinstrumente und müssen sofort vom Markt", sagte der CDU-Politiker Karl-Heinz Florenz laut einem Zeitungsbericht.

Berlin/Hamburg - Der Vorsitzende des Ausschusses für Volksgesundheit im EU-Parlament begründete in der "Bild"-Zeitung seinen Vorstoß mit krebserregenden Zusatzstoffen, die den Zigaretten von den Herstellern beigemengt würden.

Die drogenpolitische Sprecherin der Unions-Fraktion im Bundestag, Gerlinde Kaupa (CSU), unterstützte den Vorschlag. "Man fragt sich, warum wir uns mit all den krebserzeugenden Zusatzstoffen aufhalten und nicht gleich Zigaretten insgesamt verbieten", sagte sie dem Blatt.

Bundesverbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) hatte angekündigt, am Mittwoch eine Liste mit den bei der Herstellung von Zigaretten verwendeten Zusatzstoffen im Internet zu veröffentlichen. Außerdem wolle sie untersuchen lassen, welche Zusatzstoffe bei der Verbrennung des Tabaks giftige Substanzen freisetzen oder dazu beitragen, Raucher süchtig zu machen. Diese Zusatzstoffe sollten dann verboten werden.

Bis zum 13. Mai hatten die Tabakkonzerne Zeit, die Zusatzstoffe ihrer Zigaretten an das Verbraucherministerium zu melden: Herausgekommen ist eine 1174 Seiten umfassende Liste, auf der für jede einzelne Marke die Zusätze aufgelistet sind.

Die FDP kritisierte die von Künast geplante Liste. "Frau Künast sollte die Stoffe erst prüfen und dann veröffentlichen", sagte die verbraucherpolitische Sprecherin der FDP, Gudrun Kopp, der "Berliner Zeitung". So lange man nicht wisse, welche Wirkung ein Stoff habe, führe die Liste nicht zu mehr Aufklärung, sondern trage zur Verunsicherung der Verbraucher bei. "Das Ganze ist ziemlicher Aktionismus", sagte Kopp. Zugleich betonte sie aber, dass Rauchen generell schädlich sei und auch unabhängig von Zusatzstoffen zum Tod führen könne.

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