Gesundheit FDP will Eltern von Koma-Trinkern zur Kasse bitten

Mit einem ungewöhnlichen Vorschlag will die FDP die Krankenkassen entlasten: Die Arztkosten nach Alkoholexzessen von Jugendlichen sollen deren Eltern tragen, fordert Fraktionsvize Brüderle: "Koma-Saufen belastet auch unser Gesundheitssystem", sagte der FDP-Politiker.

Berlin - Trinken bis zum Exzess und für die Folgen zahlt die Kasse: So soll es nach dem Willen der FDP bald nicht mehr aussehen. Angesichts steigender Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für schwer alkoholisierte Kinder und Jugendliche Fordern die Liberalen eine stärkere Haftung der Eltern. Sie sollen künftig die Arztkosten übernehmen, sagte Rainer Brüderle, stellvertretender Vorsitzender der Bundestagsfraktion, der "Bild"-Zeitung.

"Koma-Saufen schädigt nicht nur massiv die Gesundheit von Jugendlichen, sondern belastet auch unser Gesundheitssystem. Für die Kosten der Entgiftungsbehandlungen sollten die Eltern mit zur Kasse gebeten werden", sagte Brüderle. Es sei nicht vermittelbar, warum alle Versicherten für solche Exzesse aufkommen sollten, so Brüderle weiter.

Alleine bei der Techniker Krankenkasse haben sich die Kosten der akuten Entgiftungsbehandlungen bei Patienten unter 20 Jahren von 2003 bis 2007 beinahe verdoppelt. Im vergangenen Jahr lagen sie bei mehr als 980.000 Euro.

hen/ddp/AP

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