Gesundheit SPD stellt Zahnersatzpauschale in Frage

Die Sozialdemokraten rücken von ihrem Kompromiss mit der Union zum Zahnersatz ab. SPD-Fraktionsvize Gudrun Schaich-Walch will die Patienten jetzt deutlich stärker zur Kasse bitten.


Müssen Patienten für Zahnersatz tiefer in die Tasche greifen?
DDP

Müssen Patienten für Zahnersatz tiefer in die Tasche greifen?

Berlin - Die "Geschäftsgrundlage" für den Kompromiss - ein Pauschalbetrag von 4,60 Euro - sei "entfallen", betonte Schaich-Walch heute in Berlin. Die Krankenkassen gingen jetzt von einem "deutlich höheren Betrag" aus. Im Gespräch sind sieben bis acht Euro. Sie forderte die Union zu Gesprächen auf und plädierte für eine prozentuale, einkommensabhängige Lösung. Dies sei die sozial gerechtere Alternative. Die SPD-Fraktion halte es für "erforderlich, auch die einheitliche Prämie als solche zur Disposition zu stellen".

Der Unions-Sozialexperte Andreas Storm (CDU) wies die Darstellung Schaich-Walchs zurück. Die 4,60 Euro seien "nie Geschäftsgrundlage" gewesen. Die Gesetzlichen Kassen hätten den Betrag als "Dumping-Preis" gegen die Offerte der Privatkassen gestellt. Er habe aber die freie Mitversicherung von Familienangehörigen nicht abgedeckt, sagte Storm.

Die Pauschale, die von 2005 an für eine Zusatzpolice von den Versicherten allein bezahlt werden soll, war auf Verlangen der CDU in die Gesundheitsreform aufgenommen worden. Die Krankenkassen kritisieren sie als zu verwaltungsaufwendig.



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