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28. Februar 2011, 20:46 Uhr

"Gorch-Fock"-Affäre

Guttenberg verteidigt Absetzung des Kapitäns

"Ich würde die Entscheidung wieder so treffen": Verteidigungsminister Guttenberg hat die Abkommandierung des Kapitäns der "Gorch Fock" verteidigt. Sie diene auch dem Schutz der Mannschaft. Eine Untersuchung der Marine entlastet den Kommandanten angeblich.

München/Berlin - In der Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit gibt sich Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ungerührt - und auch im Skandal um die Vorfälle auf der "Gorch Fock" bleibt der CSU-Politiker hart. Er stehe zu seiner Entscheidung, den Kapitän des Segelschulschiffs vorübergehend abzuberufen, so Guttenberg. "Ich würde sie wieder so treffen, auch auf Empfehlung der militärischen Führung", sagte der CSU-Politiker dem "Münchner Merkur".

Kapitän Norbert Schatz sei "nicht gefeuert oder geschasst. Er ist an Land kommandiert, nicht nur zu seinem Schutz, sondern auch zu dem der Mannschaft während der laufenden Ermittlungen, die sachgerecht von statten gehen müssen", erklärte der Minister. "Ich habe immer gesagt, dass es sich um Vorwürfe handelt, nicht um Fakten. Wenn sich die Vorwürfe als haltlos erweisen, wird das dazu führen, dass er wieder das Kommando an Bord übernimmt."

Die "Gorch Fock" lief Sonntagabend deutscher Zeit im peruanischen Hafen Callao ein und wird Anfang Mai zurück in Kiel erwartet. Im November 2010 war eine 25 Jahre alte Kadettin bei einer Übung auf dem Schiff in den Tod gestürzt. Nach dem Vorfall hatten Offiziersanwärter das Verhalten der Vorgesetzten massiv kritisiert. Guttenberg hatte den Kommandanten im Januar vorläufig von seinen Pflichten entbunden.

Neuer Marine-Bericht soll Klarheit bringen

In dem Untersuchungsbericht der Marine zu den Vorwürfen wird Schatz nach Informationen des "Focus" entlastet. Ein "disziplinarrechtlich relevantes Fehlverhalten" des Kapitäns sei "nicht zu erkennen", schreibt das Magazin. In Marine-Kreisen werde erwartet, dass Guttenberg den Kapitän rehabilitiert.

Das Ministerium wollte den Bericht weiter nicht bestätigen. Er werde dem Marine-Inspekteur an diesem Mittwoch vorgelegt, sagte ein Sprecher. "Dann wird man sehen, welche Konsequenzen aus dem Bericht erwachsen." Es handele sich um "reine Spekulation".

jok/dpa

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