Nach jahrelanger Sanierung »Gorch Fock« bricht auf in Richtung Kanaren

135 Millionen Euro hat die Generalüberholung der »Gorch Fock« gekostet. Jetzt konnte das Segelschulschiff von Kiel aus wieder zu einer Auslandsreise starten – für die Crew wird es an Bord komfortabler.
Die »Gorch Fock« im Kieler Hafen

Die »Gorch Fock« im Kieler Hafen

Foto: Gregor Fischer / Getty Images

Jahrelang stand die »Gorch Fock« vor allem für eine Sanierung, die um ein Vielfaches teurer wurde als ursprünglich geplant. Die Instandsetzung des Schiffes kostete statt der zunächst veranschlagten zehn Millionen Euro 135 Millionen. Nun muss sich zeigen, ob sich die Investition gelohnt hat: Am Freitagvormittag ist die »Gorch Fock« pünktlich Richtung Kanarische Inseln aufgebrochen.

Vor den Kanaren soll die Crew des Segelschulschiffs der Bundeswehr unter günstigen Wetterbedingungen trainieren. Für das Weihnachtsfest und den Jahreswechsel macht das Schiff von Kommandant Nils Brandt, 55, mit einer Stammbesetzung von 120 Männern und Frauen im Hafen von Santa Cruz de Tenerife im Nordosten der Insel Teneriffa fest.

Das Schiff wird auch einen Zwischenstopp in Lissabon einlegen. Ursprünglich sollte der erste längere Törn des Dreimasters bereits Mitte vergangener Woche beginnen. Der Start hatte sich jedoch durch Keime in der Trinkwasseranlage des Schulschiffs der Bundeswehr verzögert. Das Problem ist mittlerweile behoben. Neu an Bord ist beispielsweise ein besserer Internetzugang auf See für die Besatzung. Filme lassen sich damit zwar nicht streamen, wohl aber Kurznachrichten und E-Mails schreiben.

Anfang Oktober kehrte das Schiff nach jahrelanger Werftzeit nach Kiel zurück. Die Instandsetzungsarbeiten hatten vor allem wegen drastischer Kostensteigerungen für politischen Wirbel gesorgt.

Erst am 3. Januar 2022 sollen die ersten von insgesamt rund 220 Offiziersanwärtern an Bord gehen. Sie sollen auf der »Gorch Fock« bei zwei Ausbildungsetappen das seemännische Rüstzeug lernen. Mitte Januar fährt das Schiff mit den ersten Kadetten in Richtung Mittelmeer. Im spanischen Málaga soll dann die zweite Gruppe Kadetten ihre Ausbildung beginnen.

Im Heimathafen Kiel werden Schiff und Crew nach rund 10.000 Seemeilen (etwa 18.500 Kilometer) am 25. März zurückerwartet.

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