Segelschulschiff "Gorch Fock" Eltern von toter Kadettin klagen auf Entschädigung

Ist der Dienst auf der "Gorch Fock" mit einer besonderen Lebensgefahr verbunden? Dieser Frage muss das Verwaltungsgericht Aachen nachgehen. Die Eltern der 2008 ertrunkenen Kadettin des Segelschulschiffs klagen auf Entschädigung.

Segelschulschiff "Gorch Fock" (Archivbild): Besondere Lebensgefahr oder nicht
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Segelschulschiff "Gorch Fock" (Archivbild): Besondere Lebensgefahr oder nicht


Aachen - Im September 2008 war die "Gorch Fock"-Kadettin Jenny B. bei Norderney über Bord gegangen und gestorben. Jetzt verklagen die Eltern die Bundesrepublik auf 40.000 Euro Entschädigung. Laut des Verwaltungsgerichts Aachen berufen sie sich dabei auf das Soldatenversorgungsgesetz. Danach stehe Eltern eines Soldaten eine Entschädigung zu, wenn dieser bei Dienstausübung unter besonderer Lebensgefahr stirbt. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Unfall aus.

Bei der Klage gehe es den Eltern um die Frage, ob ihre damals 18-jährige Tochter in der Nacht unter Lebensgefahr Dienst tat, sagte Anwalt Rainer Dietz. Sie werfen dem früheren Kommandanten vor, dass die junge Frau ganz vorne auf dem Postenausguck bei Windstärke sieben und 15 Grad Wassertemperatur keine Schwimmweste getragen hatte und ungesichert war. Ein Fischereiaufsichtsboot hatte die tote 18-Jährige elf Tage später 65 Seemeilen nordwestlich von Helgoland geborgen

Die Bundesrepublik habe vor der Klage eine Entschädigung abgelehnt, teilte das Gericht mit. Der Dienst auf der "Gorch Fock" sei für die Soldatin nicht mit einer besonderen Lebensgefahr verbunden.

Mit einer 2012 eingereichten und noch nicht entschiedenen Beschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht wollen die Eltern zudem Ermittlungen gegen den früheren Kommandanten der "Gorch Fock" erzwingen wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung.

max/dpa

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