Testlauf "Gorch Fock" in Bredo-Werft zu Wasser gelassen

Nach mehr als drei Jahren im Trockendock schwimmt die "Gorch Fock" wieder: Der Rumpf des Segelschulschiffs wurde zu Wasser gelassen - vorausgegangen war eine Einigung in einem Rechtsstreit.

Testlauf: Der Rumpf der "Gorch Fock" wurde zu Wasser gelassen.
David Hecker/ EPA-EFE/ REX

Testlauf: Der Rumpf der "Gorch Fock" wurde zu Wasser gelassen.


Es ist 9.48 Uhr, als der Rumpf der "Gorch Fock" erstmals seit fast dreieinhalb Jahren wieder Wasser unter dem Kiel hat. Am Freitag wurde der Teil des Schiffs für einen Testlauf zu Wasser gelassen.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bezeichnete das Ausdocken in der Bredo-Werft in Bremerhaven als "ganz wichtigen Tag für die Marine". Das Ziel, die "Gorch Fock" wieder als Ausbildungsschiff auf hoher See einzusetzen, sei damit aber noch nicht erreicht.

Bei dem mehrstündigen Test sollte die Schwimmfähigkeit des Schiffsrumpfs geprüft werden. Der Testlauf war erst durch eine Einigung am Donnerstag im Rechtsstreit zwischen der Bredo-Werft, in der sich das Schiff befindet, und dem Bundesverteidigungsministerium möglich geworden. Die Werft hatte das Schiff zunächst nicht ausdocken lassen wollen, weil sie noch Geld von der Regierung haben will.

Die Kosten für die Instandsetzung hatten eine politische Affäre um die "Gorch Fock" ausgelöst. Begonnen hatten die Arbeiten vor gut drei Jahren. Damals wurde mit einem Budget von knapp zehn Millionen Euro kalkuliert. Schnell wurde klar, dass die Instandsetzung ein Vielfaches kosten würde. Ministerin von der Leyen hat sich mittlerweile festgelegt, dass ihr Haus nicht mehr als 135 Millionen Euro für die Reparaturen ausgeben wird.

Tests werden fortgesetzt

Die Bredo-Werft ist als ein Subunternehmer für die mit der Sanierung der "Gorch Fock" betraute Elsflether Werft tätig. Diese ging zwischenzeitlich insolvent, befindet sich aber derzeit in einer Neustrukturierung.

Der Ausgang der Tests soll mit darüber entscheiden, ob die "Gorch Fock" wie geplant zu Ende saniert und wieder als Segelschulschiff eingesetzt wird. "Die Entscheidung ist noch nicht gefallen", sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums. "Wenn dieser Test bestanden wird, haben wir eine gute Chance weiterzumachen."

Für das Marineschulschiff ist das Ausdocken ein wichtiger Zwischenschritt. Nach Schwimmtests sollen in den nächsten Wochen die Masten gesetzt werden und die Aufbauten erfolgen. Geht alles nach Plan, soll die "Gorch Fock" dann ab dem Sommer 2020 wieder als Segelschulschiff der Marine genutzt werden.

mho/AFP/dpa



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