"Gorch Fock" Mutter von toter Kadettin fordert Kapitäns-Rücktritt

"Meine Tochter fällt da nicht einfach runter": Die Mutter der auf der "Gorch Fock" tödlich verunglückten Kadettin erhebt schwere Vorwürfe gegen die Schiffsführung. Der Kommandant des Marineseglers müsse zurücktreten.


Hameln - In der Affäre über eine angebliche Meuterei auf dem Schulschiff "Gorch Fock" nach einem tödlichen Unfall verlangt die Mutter der gestorbenen Kadettin von der Bundeswehr Konsequenzen. "Ich fordere, dass der Kommandant (Norbert) Schatz seinen Hut nimmt und die "Gorch Fock" eingemottet wird", sagte die Frau aus Bodenwerder der "Deister- und Weserzeitung".

In den vergangenen zwölf Jahren habe es auf dem Schiff insgesamt sechs Tote gegeben. Der Sturz der Offiziersanwärterin aus der Takelage der "Gorch Fock" Anfang November müsse so rasch wie möglich aufgeklärt werden. Die Marine habe nähere Informationen aber bislang verweigert.

"Meine Tochter fällt da nicht einfach runter", sagte die Mutter der Zeitung. Vor dem Zwischenfall, der Mitglieder der Schiffs-Crew angeblich gegen Vorgesetzte aufbegehren ließ, seien die Offiziersanwärter vermutlich übermüdet und unter Zeitdruck in die Takelage geschickt worden. Die Führung auf der "Gorch Fock" habe versagt. "Das hätten verantwortungsbewusste Vorgesetzte doch merken und sagen müssen. Ich klage jetzt an."

Sie sei den Kollegen ihrer gestorbenen Tochter "richtig dankbar, dass sie den Mut gefunden haben, sich aufzulehnen gegen das, was da auf dem Schiff alles passiert". In einem Brief des Wehrbeauftragten Hellmut Königshaus war zuletzt von sexueller Belästigung, psychischem Druck und Drohungen gegen Offiziersanwärter auf der "Gorch Fock" die Rede. Eine Untersuchungskommission soll die Vorwürfe an die Vorgesetzten auf dem derzeit in Argentinien liegenden Schiff klären.

amz/dpa



zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.