DER SPIEGEL

»Gorch Fock« läuft in Kiel ein Das 135-Millionen-Euro-Comeback

War es das wert? Das Segelschulschiff der deutschen Marine hat seinen Heimathafen erreicht – nach fast sechs sehr teuren Jahren der Generalüberholung. Und schon gibt es neue Vorwürfe.

Das Segelschulschiff »Gorch Fock« ist zurück in seinem Heimathafen Kiel. Mit an Bord, neben der 120-köpfigen Besatzung: Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer. Mehrere Dutzend Segel- und Motorboote begleiteten den Dreimaster auf dem Weg in die Kieler Förde. An den Ufern verfolgten Tausende Menschen die Ankunft.

Doch so groß die Freude jetzt scheint, so groß waren auch die Probleme rund um die Generalüberholung: Ende 2015 waren bei Überprüfungen des 1958 gebauten Marineseglers schwere Schäden festgestellt worden.

Fast sechs Jahre hat die Sanierung am Ende gedauert. Viel länger als geplant, und vor allem wurde sie auch viel teurer. Es gab verschiedene Skandale, die Staatsanwaltschaft ermittelte wegen Korruption, am Ende stehen statt der einst veranschlagten 10 Millionen Euro satte 135 Millionen Euro.

Massive Kritik kommt momentan nun auch noch von Umweltschützern: Bei der Sanierung des Decks soll »höchstwahrscheinlich« illegales Tropenholz aus den verbliebenen Urwäldern Myanmars verwendet worden sein.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.