Rost am Segelschulschiff "Gorch Fock" wird für acht Millionen Euro repariert

Am Rumpf des Segelschulschiffs "Gorch Fock" wurden Rostschäden entdeckt. Nun soll das skandalumwitterte Marineschiff für acht Millionen Euro saniert werden - und ab Mitte September in den Heimathafen Kiel zurückkehren.

Segelschulschiff "Gorch Fock" (Archivbild): Reparatur in Bremerhaven
dapd

Segelschulschiff "Gorch Fock" (Archivbild): Reparatur in Bremerhaven


Hannover - Die Instandsetzung des Segelschulschiffs "Gorch Fock" wird rund acht Millionen Euro kosten. Die Reparatur auf einer Werft in Bremerhaven werde voraussichtlich bis Ende August andauern, sagte ein Sprecher des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung in Koblenz. Die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" hatte zuvor berichtet, die Kosten könnten sich auch auf neun Millionen Euro belaufen.

Die Marine erwartet den Dreimaster "frühestens Mitte September" wieder in seinem Heimathafen Kiel, wie ein Sprecher sagte. Zuvor sei noch der sogenannte Schiffs-TÜV, die Zertifizierung durch den Germanischen Lloyd notwendig, um eine neue Seezulassung für das Schiff zu erhalten.

Nach dem tödlichen Sturz einer Offiziersanwärterin und Berichten über untragbare Zustände an Bord war der Dreimaster im vergangenen Jahr aus dem Betrieb genommen worden. Anschließend waren bei routinemäßigen Arbeiten in der Kieler Lindenau-Werft mehrere Rostschäden am Rumpf entdeckt worden. Weil die notwendige Instandsetzung umfangreicher als zunächst gedacht ausfiel, waren die Arbeiten ausgeschrieben und anschließend an eine Werft im niedersächsischen Elsfleth vergeben worden.

Neue Ausbildungsfahrten ab Januar geplant

Das Verteidigungsministerium hält an dem Schiff fest. Die erste Ausbildungsfahrt der neuen Offiziersanwärter ist für Ende Januar geplant. Das Ausbildungskonzept wurde bereits überarbeitet. Mit einem im Juni in der Marineschule Mürwik eingeweihten Übungsmast sollen sich die Kadetten an die Höhe und Arbeitsbedingungen gewöhnen, die auf dem Segelschulschiff üblich sind.

Der Übungsmast ist 28 Meter hoch und damit 20 Meter niedriger als der höchste Mast auf der "Gorch Fock". Die deutsche Marine zog damit die Konsequenzen aus dem Tod einer 25 Jahre alten Kadettin im November 2010 im brasilianischen Hafen von Salvador da Bahia. Sie stürzte aus der Takelage aus 27 Metern Höhe auf das Deck.

In einem anderen Todesfall auf der "Gorch Fock" entschied das Oberlandesgericht in Schleswig im Juni, dass gegen den früheren Kapitän und den Arzt der "Gorch Fock" keine Verfahren wegen des Todes der Kadettin Jenny B. eingeleitet wird. Die damals 18-Jährige war im September 2008 aus ungeklärter Ursache bei Norderney über Bord gegangen und ertrunken.

fab/dapd

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