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Herzensprojekt der Bundesverteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer muss Budget für Soldatentickets aufstocken

Mit kostenlosen Bahnfahrten wollte die Verteidigungsministerin ihre Truppe unterstützen. Nach SPIEGEL-Informationen kommt das Programm so gut an, dass die Kosten auf über 30 Millionen Euro steigen - pro Jahr.
aus DER SPIEGEL 23/2020
Soldaten am Bahnhof: 2021 könnten die Gratisfahrten 33 Millionen Euro kosten

Soldaten am Bahnhof: 2021 könnten die Gratisfahrten 33 Millionen Euro kosten

Foto: ARNULF HETTRICH / IMAGO IMAGES

Die von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) durchgesetzten Gratisbahnfahrten für Soldaten in Uniform werden für den Bund nach SPIEGEL-Informationen 2021 wesentlich teurer als in diesem Jahr.

In einer Vorlage für das Bundeskabinett, mit der das Recht auf die Freifahrten im Soldatengesetz verankert werden soll, schätzt das Ministerium die Kosten für die Sonderfahrkarten für das kommende Jahr auf insgesamt 33 Millionen Euro. Davon würden rund 12 Millionen für Fernverbindungen berechnet und weitere 21 Millionen für die Nutzung von Regionalzügen, so die Vorlage für die kommende Ministerrunde.

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Für 2020 hatte das Ministerium der Bahn pauschal lediglich vier Millionen Euro für die Soldatentickets im Fernverkehr gezahlt. Damals hatte sich Kramp-Karrenbauer persönlich für eine Einigung mit der Bahn eingesetzt und den Staatskonzern mit ihrem politischen Druck gedrängt, einen guten Deal zu machen.

Nun aber nutzen Soldaten das Angebot deutlich stärker als erwartet. Ende 2019 hatte man zwischen Bahn und Wehrressort für diesen Fall eine "jährliche Evaluierung der tatsächlichen Nutzung durch Soldatinnen und Soldaten und damit verbundener Ausgaben" vereinbart. Für 2021 geht das Ministerium nun laut der Vorlage davon aus, dass die rund 180.000 Bundeswehrsoldaten 675.000 kostenfreie Fernverkehrstickets nutzen werden.

Von der Bahn hieß es, die Nachfrage nach den Tickets entwickele sich positiv und sei "höher als zunächst angenommen". Derzeit liefen "erste Gespräche" mit der Bundeswehr über das Budget für 2021, ein Abschluss sei aber derzeit nicht absehbar.

Die zuständigen Beamten im Ministerium hatten Kramp-Karrenbauer bereits vor einigen Wochen gewarnt, dass die Kosten für ihr Herzensprojekt wegen neuer Preisvorstellungen der Bahn und regionaler Zuganbieter auf bis zu 50 Millionen Euro pro Jahr steigen könnten.

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