Bundestagswahl 2017 Gysi plädiert für "linkes Projekt" im Bund

Der ehemalige Linken-Fraktionschef nimmt seine Partei für die Bundestagswahl 2017 in die Pflicht: Sie müsse gemeinsam mit SPD und Grünen die Regierungsverantwortung anstreben, sagte Gregor Gysi dem SPIEGEL.
Linke-Politiker Gysi: Deutlicher Appell an die eigene Partei

Linke-Politiker Gysi: Deutlicher Appell an die eigene Partei

Foto: Kay Nietfeld/ picture alliance / dpa

Der frühere Fraktionschef der Linken, Gregor Gysi, hat vor einem historischen Versagen seiner Partei gewarnt, sollte sie bei der Bundestagswahl 2017 nicht zusammen mit SPD und Grünen Regierungsverantwortung anstreben. (Lesen Sie hier das vollständige Interview mit Gregor Gysi im neuen SPIEGEL.)

"Die Linke hat aus meiner Sicht die Pflicht, zusammen mit SPD und Grünen ein linkes Projekt gegen die jetzige Entwicklung Europas und Deutschlands zu setzen", sagte Gysi im Interview mit dem SPIEGEL. Er verwies dabei auf die Fehler in der Weimarer Republik. "Vor 1933 war es ein Versagen von KPD und SPD, dass sie nicht einmal im Ansatz Gemeinsamkeiten gegen die Nazis gefunden haben."

Seine Nachfolgerin als Fraktionschefin Sahra Wagenknecht kritisierte er dafür, dass sie die Terroranschläge des IS in Paris mit dem Einsatz der Bundeswehr in Syrien gleichsetzte. "Man muss vorsichtig sein mit solchen Vergleichen", so Gysi. "Ich fand die Bombardierung Dresdens durch Amerikaner und Briten völlig falsch, aber man kann sie deshalb noch lange nicht mit Hitler vergleichen."

Zum Einfluss, den Oskar Lafontaine heute noch in der Linken hat, sagte Gysi: "Er ist wichtig. Erstens ist er Fraktionsvorsitzender in einem Landtag, und zweitens kann er über Sahra Wagenknecht versuchen, Einfluss zu nehmen." Lafontaine und Wagenknecht sind verheiratet.

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