Griechenland Deutschland will 243 kranke Kinder aus Flüchtlingslagern aufnehmen

Die Bundesrepublik will in den kommenden Wochen 243 kranke Kinder aus griechischen Flüchtlingscamps holen. Laut Innenminister Seehofer sollen zudem weitere Bootsflüchtlinge aus Malta und Italien aufgenommen werden.
Flüchtlingslager in Griechenland: Mehrere EU-Staaten hatten sich im März zur Aufnahme minderjähriger Flüchtlinge bereit erklärt

Flüchtlingslager in Griechenland: Mehrere EU-Staaten hatten sich im März zur Aufnahme minderjähriger Flüchtlinge bereit erklärt

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Darko Vojinovic/ AP

Durch die Coronakrise waren geplante Hilfen für Flüchtlinge auf den griechischen Inseln zuletzt in den Hintergrund gerückt. Nun will die Bundesrepublik 243 kranke Kinder aus den Flüchtlingslagern holen. Das hat Innenminister Horst Seehofer (CSU) angekündigt. In den kommenden Wochen solle mit dem Prozess begonnen werden.

Deutschland hatte bereits im April 47 minderjährige Flüchtlinge aus Griechenland einreisen lassen. Für sechs weitere Kinder sei der Transport damals aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich gewesen. Seehofer zufolge will die Bundesregierung auch sie nach wie vor aufnehmen.

Zudem will Deutschland den Mittelmeerländern Malta und Italien wieder aus Seenot gerettete Migranten abnehmen. "Wir werden auch in diesen Fällen Migranten aufnehmen", sagte Seehofer mit Blick auf zuletzt gerettete Menschen. "Die Tatsache, dass es eine Delle gab, liegt schlicht und einfach an der Corona-Entwicklung."

Weitere EU-Länder wollen Bootsflüchtlinge aufnehmen

Seehofer sagte auch, dass die Bundesrepublik aus beiden Ländern jeweils 80 Flüchtlinge übernehmen möchte. Dies solle Ende Juni oder im Juli geschehen. Bis zu ein halbes Dutzend weitere EU-Staaten würden sich ebenfalls beteiligen.

Deutschland hatte Italien und Malta in der Vergangenheit regelmäßig geholfen. In der Coronakrise wurden zuletzt jedoch keine Zusagen mehr gemacht. Die Lage entspanne sich derzeit aber, sagte Seehofer. Die genaue Anzahl der Menschen, die Deutschland aufnehmen werde, könne er jedoch noch nicht nennen, weil noch Gespräche liefen.

Malta hatte am Wochenende mehr als 400 gerettete Migranten an Land gehen lassen. Viele von ihnen saßen zuvor mehrere Wochen auf kleinen Quarantäneschiffen vor dem Mittelmeerland fest, einige bereits seit dem 30. April. Nach Angaben der EU-Kommission vom Montag sind auch Luxemburg, Frankreich und Portugal bereit, Malta Menschen abzunehmen. Seehofers Zusage betrifft zudem Migranten der Rettungsschiffe "Alan Kurdi" und "Aita Mari". Beide waren Anfang Mai von italienischen Behörden festgesetzt worden.

Italien und Malta hatten in der Corona-Pandemie erklärt, sie könnten keine sicheren Häfen für Migranten mehr bieten, und fordern mehr Unterstützung der anderen EU-Staaten.

asc/dpa
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