Im Fall eines No-Deal-Ausstiegs Großbritannien würde EU-Bürgern die Freizügigkeit nehmen

Kommt es zu einem Austritt ohne Abkommen, will London Neuankömmlingen aus der EU kein automatisches Bleiberecht mehr gewähren. Aber auch für schon im Land lebende EU-Bürger könnte es Konsequenzen geben.

Skyline der Londoner City: Für viele in Großbritannien lebende EU-Bürger könnte es nach einem harten Brexit empfindliche Einschränkungen geben
ANDY RAIN/EPA-EFE/REX

Skyline der Londoner City: Für viele in Großbritannien lebende EU-Bürger könnte es nach einem harten Brexit empfindliche Einschränkungen geben


Die britische Regierung will im Falle eines sogenannten harten Brexits ohne Abkommen am 31. Oktober die Freizügigkeit für Neuankömmlinge aus der EU unmittelbar beenden. Das teilte eine Regierungssprecherin am Montag in London mit. Die Rechte von EU-Bürgern, die bereits in Großbritannien leben, seien davon nicht betroffen.

An den Details für die neuen Einreisebestimmungen für EU-Bürger werde derzeit noch gearbeitet, sagte die Sprecherin. "Wir werden zum Beispiel sofort sehr viel strengere Regeln zur Kriminalität einführen für Leute, die nach Großbritannien kommen." EU-Bürger, die in dem Land leben wollen, sollen Premierminister Boris Johnson zufolge künftig anhand eines Punkte-Systems nach australischem Vorbild ausgewählt werden.

Toby Melville/ REUTERS

Wer bereits da ist, soll bleiben dürfen. Wie die britischen Grenzbeamten aber künftig zwischen EU-Bürgern mit und ohne Aufenthaltsrecht unterscheiden sollen, ist bislang unklar. In Großbritannien gibt es keine Meldepflicht. Bislang haben sich nur rund eine Million der insgesamt mehr als 3,5 Millionen im Land lebenden EU-Bürger erfolgreich registrieren lassen. Die Frist dafür läuft noch bis Ende 2020. Daran soll sich nach Angaben des Innenministeriums auch nichts ändern.

Die Initiative "Die 3 Millionen", die sich für die Rechte von EU-Bürgern in Großbritannien einsetzt, kritisierte, nicht registrierte EU-Bürger könnten nach einem No-Deal-Brexit Schwierigkeiten bekommen. Beispielsweise weil sie nicht in der Lage wären, ihrem Arbeitgeber, Vermieter oder dem Gesundheitsdienst gegenüber nachzuweisen, dass sie sich rechtmäßig im Land aufhalten.

In London war am Wochenende bereits ein internes Papier bekannt geworden, wonach die britische Regierung im Falle eines No-Deal-Brexits einen Mangel an Lebensmitteln, Medikamenten und Benzin befürchtet.

ptz/dpa



insgesamt 152 Beiträge
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mpigerl 19.08.2019
1. erledigt sich von selbst...
Nachdem die Wirtschaft in GB abgestürzt ist, werden nicht mehr viele EU Europäer auf die Insel ziehen wollen, insofern erledigt sich die Frage von selbst (ist ja aktuell schon so, dass mehr Europäer von der Insel wegziehen, wie hin).
BoMo_UAE 19.08.2019
2. Hauptmotivation
Die osteuropaeischen Einwanderer wieder los zu werden, war und ist doch eine Hauptmotivation vieler Englaender fuer den Brexit. Doch nach dieser Regelung wird das wohl nur fuer Neuankoemmlinge gelten. Die bereits im Land befindlichen "Auslaender" werden wohl bleiben. Aber wer will schon in einem Land leben, wo man wenig geschaetzt und integriert wird. Die Karawane wird weiterziehen und Great Britain wird noch mehr eine Insel sein. Hoch lebe das Empire!
m.m.s. 19.08.2019
3. 60 Pfund Sklavengebühr
Jeder EU-Bürger darf sich für 60 Pfund registrieren lassen, um hinfort als unabkömmlicher Arbeitssklave mit eingeschränkten Rechten seine Dienste abzuleisten.
klausleim 19.08.2019
4. Wer
will schon gerne in ein Land reisen, in dem die Moslems das Sagen haben, und wo man auf der falschen Straßenseite fahren muss.
skipper-saling 19.08.2019
5. Selbstverständlich!
Das ist doch wohl der Kern des Brexit, dass die Freizügigkeit beendet wird! Wozu würde wohl sonst dieser Aufwand gefahren?
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