SPON-Umfrage Mehrheit will Ende der GroKo

Übersteht die Koalition das SPD-Beben? Die SPON-Umfrage zeigt: Die Mehrheit sieht keine Zukunft mehr für das Bündnis. Vor allem Anhänger der Sozialdemokraten wollen raus aus der GroKo.

Angela Merkel, Andrea Nahles (im September 2017): Nach dem Rücktritt der SPD-Chefin wackelt auch die Koalition
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Angela Merkel, Andrea Nahles (im September 2017): Nach dem Rücktritt der SPD-Chefin wackelt auch die Koalition


Die SPD taumelt, die Große Koalition wackelt. Nach dem Rücktritt von SPD-Partei- und Fraktionschefin Andrea Nahles stellt sich mehr denn je die Frage, ob das Bündnis von Union und Sozialdemokraten noch eine Zukunft hat.

Die Meinung in der Bevölkerung ist schon jetzt eindeutig: Rund 57 Prozent der Bundesbürger würden ein Ende des Bündnisses aus CDU, CSU und SPD begrüßen. Auf die Frage, ob die SPD die Koalition beenden sollte, antworten sie mit "Ja, auf jeden Fall" oder "Eher ja". Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung des Online-Meinungsforschungsinstituts Civey in Kooperation mit SPIEGEL ONLINE.

Der Blick auf die Wahlabsichten der Befragten zeigt, dass sich besonders SPD-Anhänger für ein Ende der GroKo aussprechen. Mehr als 65 Prozent sagen, die SPD sollte die Koalition aufkündigen. Nur knapp 25 Prozent sind dagegen dafür, die Zusammenarbeit mit der Union fortzusetzen.

Ganz anders sieht das Bild bei den Anhängern von CDU und CSU aus: Von ihnen würden nur etwa 25 Prozent diesen Schritt begrüßen, mehr als 65 Prozent wollen das Bündnis mit der SPD beibehalten.

Eindeutig fällt die Bewertung des Rückzugs der SPD-Partei- und Fraktionschefin aus. Knapp 75 Prozent der Bundesbürger begrüßen Nahles' Schritt. Und das sieht auch die überwältigende Mehrheit der SPD-Anhänger so: 70 Prozent von ihnen halten die Entscheidung für richtig, weniger als 20 Prozent für falsch.

Anmerkungen zur Methodik: Die Umfrage wurde in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey im Zeitraum vom 2. Juni 2019 bis 3. Juni 2019 online erhoben. Die Stichprobe umfasste 5027 Befragte. Der statistische Fehler lag bei 2,5 Prozent.



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Wer steckt hinter Civey-Umfragen?

An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Zur Erhebung seiner repräsentativen Umfragen schaltet die Software des 2015 gegründeten Unternehmens Websites zu einem deutschlandweiten Umfragenetzwerk zusammen. Neben SPIEGEL ONLINE gehören unter anderem auch der "Tagesspiegel", "Welt", "Wirtschaftswoche" und "Rheinische Post" dazu. Civey wurde durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

mho



insgesamt 32 Beiträge
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RuprechtNikolaus 03.06.2019
1. Eine Partei wird erlöst
Sie hat konsequent gehandelt. Hierfür sollte die SPD Frau Nahles dankbar sein! Es war und ist kein Vergnügen in dieser Organisation Führungsaufgaben wahrzunehmen. Die Zukunft wird zeigen, ob es Menschen gibt, die es schaffen, die unterschiedlichen Meinungen zu bündeln und zu einem "WIR SCHAFFEN DAS" zu formen. Als Demokrat wünsche ich es dieser Partei!
Fantaer 03.06.2019
2. Dieses und jenes muss weg
Die Mehrheit ist immer schnell mit dem was weg muss. Es kommt nie ein Vorschlag von der Mehrheit wie es richtig ist. Und alle sagen, das ist genial so muss es gemacht werden.
wala2903 03.06.2019
3. Die Mehrheit sieht keine Zukunft mehr ...
und dann? Ab in die Versenkung? Die SPD wird mit ihren 12 % + doch kaum noch eine Rolle spielen. Die Grünen werden sich schon in Stellung bringen. Schlimmer, gehst nimmer, wenn die Grünen in der Regierung sitzen!
prologo 03.06.2019
4. Die Koalition ist nicht mehr Regierungs fähig
Die SPD sucht sich selbst. Die CDU/CSU braucht die SPD nur zum Erhalt der GroKo. Alle drei haben große Angst vor Neuwahlen, weil alle drei nur verlieren können. Die Gewinner sind dann die Grünen und AfD.. Vor allem kommt für die Bürger da gar nichts mehr zustande. Diese GroKo ist nur noch ein selbst Befriedigungs Verein. Reine Zeitvergeudung ist das. Denn sie wollen sich nur noch zweieinhalb Jahre an den Trögen halten.
lesheinen 03.06.2019
5.
Ich war und bin ein Gegner der GroKo, erst recht der jetzigen. Der Bundespräsident hat an die SPD appelliert, hatte an ihre staatstragende Verpflichtung (was immer das sei) erinnert. Prompt ist die SPD mit der CDU zusammengegangen. Hat der Bundespräsident jemals die FDP in die Pflicht genommen? War sie nicht genauso zur Staatstragung verpflichtet? Natürlich war sie das! Der spätere Klimaprofi Lindner hat sich aber rausgetan und medienwirksam, ernst und verantwortungsvoll in die Kamera schauend die Floskel "Lieber nicht regieren, als schlecht regieren" verkündet. Ich konzidiere ihm, dass eine Regierungsbeteiligung der FDP schlecht fürs Land gewesen wäre, aber aus diesem Blickwinkel wollte er seinen Spruch sicherlich nicht verstanden wissen. Die SPD ist staatstragend in die erneute GroKo gegangen und dabei untergegangen. Ehrlicher wäre gewesen, dem Beispiel Friedrich August III von Sachsen zu folgen (Macht euren Dreck alleene), als "Opposition ist Mist" auf die Fahne zu schreiben.
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