GroKo-Verhandlungen Union und SPD einigen sich auf Koalitionsvertrag
Medienvertreter vor der CDU-Parteizentrale
Foto: Gregor Fischer/ dpa
Einigung zwischen Union und SPD: GroKo-Poker bis in den Morgen
Medienvertreter vor der CDU-Parteizentrale
Foto: Gregor Fischer/ dpaAm frühen Vormittag war es endlich so weit: Union und SPD haben bei ihren Verhandlungen über eine Große Koalition einen Durchbruch erzielt. Die Einigung wurde inzwischen auch von der aus 15 Personen bestehenden Runde der führenden Vertreter der drei Parteien abgesegnet.
Auch die Ressortverteilung ist geklärt: Die Sozialdemokraten werden unter anderem das Außenministerium sowie die Ressorts Finanzen und Arbeit bekommen. Auch das Familien-, Justiz- und Umweltministerium gehen den Angaben zufolge an die SPD. Außenminister soll Parteichef Martin Schulz werden.
Die CSU soll in einer künftigen Großen Koalition nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ein um den Bereich Heimat aufgewertetes Innenministerium erhalten. Darauf hätten sich die Unterhändler geeinigt, hieß es am Mittwochvormittag in Berlin. Dieses Ressort könnte Parteichef Horst Seehofer übernehmen. Die CSU behält außerdem die Ressorts Verkehr und Entwicklungshilfe.
Die CDU von Kanzlerin Angela Merkel bekommt die Ministerien Verteidigung, Wirtschaft, Landwirtschaft, Gesundheit und Bildung.
Einigung zwischen Union und SPD: GroKo-Poker bis in den Morgen
Auch erste Details des Vertrags sickern durch: So sollen sachgrundlos befristete Arbeitsverträge nach Angaben aus Verhandlungskreisen gesetzlich auf eineinhalb statt bisher zwei Jahre begrenzt sowie endlose Kettenbefristungen abgeschafft werden.
Video: "Die CDU ist nicht gut weggekommen"
Union und SPD hatten ursprünglich das Ziel ausgegeben, ihre Verhandlungen bereits am Sonntag abzuschließen. Montag und Dienstag waren als Reservetage vorgesehen. Jedoch fanden sie unter anderem zunächst keine Lösung bei zwei SPD-Forderungen: der Abschaffung der sachgrundlosen Befristung von Beschäftigungsverhältnissen sowie dem Ende der "Zweiklassenmedizin". Jetzt dauerte es sogar bis zum Mittwoch. Zum Abschluss der Gespräche soll die rund 90-köpfige große Runde der Verhandler von CDU, CSU und SPD im Adenauer-Haus zusammenkommen.
Jetzt müssen die rund 450.000 SPD-Mitglieder dem Vertrag noch zustimmen: Für den Mitgliederentscheid werden etwa drei Wochen veranschlagt. Erst danach könnte fünf Monate nach der Wahl eine neue Bundesregierung gebildet werden. Die Parteispitze plant eine Werbetour an der Basis, genauso wie die parteiinternen Kritiker, allen voran die Jusos.
Bei den stundenlangen Beratungen in wechselnden Runden war in der Nacht kein Durchbruch bei den Streitpunkten in der Gesundheits- und Arbeitsmarktpolitik gelungen.
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat einen Termin mit dem italienischen Ministerpräsidenten Paolo Gentiloni verschoben. Statt am Mittwoch um 13.10 Uhr solle der Termin nun "ab 18.00 Uhr" stattfinden, wie mitgeteilt wurde.
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Der Durchbruch ist geschafft - offizielle Stellungnahmen der Beteiligten fehlen am Mittwochmorgen aber noch: Die Mikrofone im Konrad-Adenauer-Haus stehen bereit.
Wichtigstes Getränk der Journalisten vor der Berliner CDU-Zentrale: Kaffee. Erst am frühen Mittwochvormittag ist der Verhandlungsmarathon vorbei.
Warten, warten, warten: Journalisten harren in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch vor der CDU-Zentrale aus.
In den oberen Stockwerken des Konrad-Adenauer-Hauses wird um die letzten Punkte des Koalitionsvertrages gerungen: Hier ist Martin Schulz am Fenster zu erkennen.
Und hier die Spitze der Unionsdelegation, unter anderem Angela Merkel und Horst Seehofer.
Zwischen diesen beiden scheint es schon vor der abschließenden Einigung zu stimmen: SPD-Umweltministerin Barbara Hendricks und CSU-Entwicklungshilfeminister Gerd Müller umarmen sich am Rande der Gespräche.
Mögen sich die Türen für die GroKo öffnen: Gerd Müller betritt das Adenauer-Haus.
Auftakt zur letzten Runde in der Sonne: CDU-Chefin Angela Merkel tritt am Dienstagmorgen vor die Medienvertreter.
Die geschäftsführende Kanzlerin kündigt "schmerzhafte Kompromisse" für alle Seiten an.
Der SPD-Vorsitzende Martin Schulz zeigt sich am Morgen zum Auftakt der Verhandlungen guter Laune.
Und hier die Spitze der Unionsdelegation, unter anderem Angela Merkel und Horst Seehofer.
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