Spekulationen um Habeck Grüne dementieren Verzicht auf Bundesfinanzministerium

Es ist eine zentrale Frage der Koalitionsverhandlungen: Wer wird Finanzminister, Robert Habeck oder Christian Lindner? Dass die Entscheidung bereits gefallen sei, weisen die Grünen als falsch zurück.
Ampelverhandler Habeck, Baerbock, Scholz, Lindner: »Das ist falsch«

Ampelverhandler Habeck, Baerbock, Scholz, Lindner: »Das ist falsch«

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Die Grünen haben einem Bericht widersprochen, dass sie keinen Anspruch mehr auf das Bundesfinanzministerium erheben. »Das ist falsch. Es gibt keinen Verzicht auf irgendein Ministerium und auch keine Festlegung, wer was wird«, sagte Grünensprecherin Nicola Kabel dem SPIEGEL auf Anfrage. Zuvor hatte die »Frankfurter Allgemeine Zeitung«  berichtet, dass die Zehnerrunde der grünen Verhandler am Dienstagabend sechs Ministerien definiert habe, die die Grünen beanspruchen wollten. In dem Bericht ist vom Auswärtigen Amt sowie von den Ressorts Verkehr, Landwirtschaft, Umwelt, Familie und Transformation die Rede. Das Bundesfinanzministerium und das Bundesinnenministerium werden nicht genannt.

Die Verhandlungen mit SPD und FDP über die Ressortverteilung stehen noch aus. In den vergangenen Tagen hatten Vertreter aller drei Ampelparteien immer wieder betont, dass erst am Ende der Koalitionsverhandlungen über Ministerien gesprochen werde.

Sowohl aus der FDP als auch von den Grünen hatte es aber öffentliche Ansprüche auf das Finanzministerium gegeben, was bei wichtigen Themen wie der Europapolitik eine koordinierende Rolle spielt. Als potenzielle Finanzminister waren sowohl Grünen-Co-Chef Robert Habeck als auch FDP-Chef Christian Lindner gehandelt worden.

In dem »FAZ«-Artikel werden als Quelle grüne Verhandlungskreise genannt, die von einem »denkbaren Szenario« sprechen. Am Finanzministerium würde man die Bildung der Ampel nicht scheitern lassen. Mutmaßlich würden sich die Grünen den Verzicht mit Zugeständnissen in anderen Fragen wie dem Klima bezahlen lassen, hieß es weiter.

kim/Reuters