Höchste Zuwendung der Parteigeschichte Grüne erhalten Rekordspende von Bitcoin-Millionär

Ein Softwareentwickler aus Greifswald hat den Grünen eine Million Euro gespendet. Nach SPIEGEL-Informationen ging die Rekordsumme komplett an den Bundesverband der Partei.
Grünenvorsitzende Annalena Baerbock und Robert Habeck

Grünenvorsitzende Annalena Baerbock und Robert Habeck

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Die Grünen haben die größte Einzelspende ihrer Parteigeschichte erhalten. Wie aus einer Ad-hoc-Meldung an die Bundestagsverwaltung  hervorgeht, spendete ein Gönner aus Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern der Partei am Montag eine Million Euro.

Wie die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf eine Parteisprecherin berichtete, handele es sich bei dem Spender um einen selbstständigen Softwareentwickler, der große Gewinne mit der Digitalwährung Bitcoin gemacht habe. Mit der Millionenzuwendung wolle er einen Impuls für einen Politikwechsel hin zu mehr Umwelt- und Klimaschutz geben, sagte die Parteisprecherin der dpa.

»Der Spender hat uns gegenüber deutlich gemacht, dass er diese Gewinne als unverdienten Reichtum ansieht, den er nicht für sich beanspruchen, sondern gesellschaftlich einsetzen möchte, für etwas, das seiner Überzeugung entspricht«, sagte die Sprecherin. »Inzwischen sieht er das Bitcoin-System kritisch, unter anderem auch vor dem Hintergrund, dass die nötigen Rechenoperationen riesige Mengen Strom verbrauchen.«

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Nach Informationen des SPIEGEL floss der komplette Betrag an den Bundesverband der Grünen. Auf Nachfrage erklärte ein Parteisprecher dem SPIEGEL, dass der Spender Mitglied der Grünen und das Geld für den Bundestagswahlkampf bestimmt sei.

Zweite Rekordspende in kurzer Zeit

Die Millionenzuwendung markiert innerhalb der Partei einen neuen Spendenrekord. Bereits im Februar hatte der Pharma-Erbe Antonis Schwarz mit 500.000 Euro den bis dahin größten Einzelbetrag an die Grünen gespendet. Schwarz' Geld war nach Parteiangaben ebenfalls für den Bundestagswahlkampf und die Landtagswahlkämpfe in diesem Jahr gedacht.

Bei Schwarz handelt es sich um einen reichen Erben des rheinischen Pharmaunternehmens Schwarz Pharma. Er ist als Gründer der Guerilla Foundation geführt. Die Stiftung will nach eigenen Angaben durch die Unterstützung von »Aktivisten und sozialen Graswurzelbewegungen« einen »größeren Systemwandel in Europa« bewirken. Bereits 2019 hatte Schwarz 65.000 Euro an die Grünen gespendet.

srö/fek/dpa