Überraschende Kandidatur Ex-Ver.di-Chef Bsirske will für die Grünen in den Bundestag

Frank Bsirske, 68, möchte sich als Grüner für die Bundestagswahl aufstellen lassen. Sein Wahlkreis soll Wolfsburg sein. Er fühle sich "durchaus fit". Das Echo aus Niedersachsen ist geteilt.
Frank Bsirske, hier noch als Gewerkschaftsführer bei der Aushandlung des Journalistentarifvertrags im März 2019, will auf die niedersächsische Landesliste

Frank Bsirske, hier noch als Gewerkschaftsführer bei der Aushandlung des Journalistentarifvertrags im März 2019, will auf die niedersächsische Landesliste

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Britta Pedersen/ dpa

Der langjährige Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di, Frank Bsirske, will für die Grünen in den Bundestag einziehen. "Ja, das strebe ich an, ich will mich aber noch in den Mitgliederversammlungen bekannt machen", sagte das 68-jährige Parteimitglied der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". 

Bsirske strebt eine Kandidatur in Wolfsburg an, wo er aufgewachsen ist und sein Vater bei VW gearbeitet hat. Er war im September 2019 nach 18 Jahren an der Gewerkschaftsspitze abgetreten.

Zu seinem angestrebten Wechsel in den Bundestag sagte er: "Für eine Partei, die unterstreicht, dass das Soziale und das Ökologische einander bedingen, hat es durchaus einen Symbolwert, wenn man als bekannter Gewerkschafter in den Bundestag geht." Er sei "durchaus fit" und könne sich das gut vorstellen.

Ein Parteifreund Bsirskes aus Niedersachsen sagte dem SPIEGEL, Bsirske wäre als prominenter Kopf sicher ein Gewinn für die nächste Fraktion nach der Bundestagswahl 2021. Allerdings erschwere eine Bewerbung eines solchen Schwergewichts natürlich das Ringen um die Plätze auf der Landesliste in Niedersachsen.

Zunächst müsste Bsirske von den Grünen in Wolfsburg für einen Listenplatz der Partei nominiert werden. Vergeben werden die Plätze dann auf einem Landesparteitag, für den der Termin aber noch nicht feststeht.

cht/dpa/AFP
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