Equal Pay Day Grüne pochen auf verpflichtende Offenlegung der Lohnlücke von Männern und Frauen

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit? Auch 2021 gilt das in vielen Bereichen immer noch nicht. Grünenfraktionschefin Göring-Eckardt hat einen Vorschlag, wie sich das ändern könnte.
Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt

Foto: Kira Hofmann / dpa

Die Grünen haben eine verpflichtende Offenlegung der Lohnlücke zwischen Männern und Frauen für Unternehmen gefordert. Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt sagte dem Portal T-online anlässlich des Equal Pay Day am Mittwoch, Firmen sollten »verpflichtend über die Bezahlung von Frauen und Männern und ihre Maßnahmen zum Schließen des eigenen Pay Gaps berichten«. Mit einer solchen Offenlegung könnten die geschlechtergerechte Bezahlung flächendeckend überprüft sowie Lücken geschlossen werden.

In Deutschland brauche das Thema »maximale Aufmerksamkeit«, sagte Göring-Eckardt weiter. Die bisherigen Regeln hätten kaum etwas gebracht, weil Lohntransparenz mühsam individuell erkämpft werden müsse. »Wir müssen den Spieß umdrehen.« Dabei sei nicht nur eine Beteiligung von Großkonzernen, sondern auch von kleinen und mittleren Unternehmen nötig, »wo im Schnitt die meisten weiblichen Beschäftigten arbeiten«.

Geschlechtergerechte Bezahlung müsse für Unternehmen zum Aushängeschild werden, um Beschäftigte zu gewinnen und zu halten. Es sei »inakzeptabel« und schade den Unternehmen, dass Deutschland in Europa beim Gender Pay Gap auf dem drittletzten Platz liege, sagte die Grünenpolitikerin dem Nachrichtenportal.

2020 verdienten Frauen durchschnittlich 18 Prozent weniger als Männer

Auch Linkenchefin Susanne Hennig-Wellsow fordert, dass die Regel »gleiches Geld für gleiche Arbeit« tatsächlich umgesetzt und auch kontrolliert wird. Gleichzeitig müsse mehr dafür getan werden, dass auch Männer Windeln wechseln dürften, zum Beispiel über Anreize beim Elterngeld.

Der Gender Pay Gap ist die Differenz der durchschnittlichen Bruttostundenverdienste. Dem Statistischen Bundesamt zufolge verdienten Frauen 2020 durchschnittlich 18 Prozent weniger als Männer. Wenn Arbeitgeber von ihren Angestellten verlangen würden, 69 Tage ohne Lohn zu arbeiten, so Hennig-Wellsow, »würden ihnen die Beschäftigten einen Vogel zeigen – und das zu Recht«.

bmo/AFP