Weiblicher, ostdeutscher und jünger Mitgliederboom bei den Grünen

Die Grünen haben im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben bei den Mitgliederzahlen um fast 30 Prozent zugelegt. Der Abstand zu CDU und SPD bleibt dennoch groß.
Grünenchef Robert Habeck

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Tobias Hase/ dpa

Die Grünen melden einen Boom bei den Mitgliederzahlen. "Im vergangenen Jahr ist unsere Mitgliederzahl um 21.176 auf 96.487 gestiegen - ein Zuwachs um gut 28 Prozent", sagte Bundesgeschäftsführer Michael Kellner den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Das ist sensationell." 

Die Partei sei weiblicher, ostdeutscher und jünger geworden. Rund 40 Prozent der Neumitglieder sind seinen Angaben zufolge zwischen 16 und 35 Jahre alt. "Unseren Frauenanteil haben wir von 40,5 auf 41,0 Prozent leicht erhöht - der beste Wert aller Parteien", wird Kellner zitiert. Vom angestrebten Frauenanteil von 50 Prozent sei die Partei aber noch ein gutes Stück entfernt. In den Landesverbänden lägen die Frauenanteile zwischen 36,3 Prozent in Sachsen und 44,2 in Schleswig-Holstein.

"Die Angst vor dem Auseinanderbrechen der Demokratie hat sicher viele bewegt, ein Zeichen zu setzen und sich politisch zu engagieren", sagte er. Im vergangenen Jahr traten demnach bundesweit 23.820 Menschen bei den Grünen ein, die Landesverbände registrierten 2635 Austritte.

"Was mich als gebürtigen Thüringer besonders freut, ist, dass wir in Ostdeutschland prozentual gesehen stärker wachsen als im Westen", so Kellner. "In Brandenburg ist die Mitgliederzahl um fast 43 Prozent gestiegen." Die 100.000-Mitgliedermarke könnten die Grünen laut Kellner vor Ostern knacken. Die vielen Neumitglieder seien für die Partei ein "Energieschub" sowie dank der Mitgliedsbeiträge finanziell ein Gewinn.

Zu CDU und SPD, die im vergangenen Jahr erneut tausende Mitglieder verloren, sieht Kellner dennoch einen großen Abstand. "CDU und SPD haben mit über 400.000 immer noch viermal so viel Mitglieder wie wir. Deren Wahletats sind nach wie vor mehr als doppelt so groß wie unsere. Das müssen wir mit Schnelligkeit, Gewitztheit und den richtigen Themen wettmachen."

als/dpa/AFP
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