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19. Februar 2019, 10:19 Uhr

Umweltverschmutzung

Grüne kritisieren Leerflüge von Regierungsfliegern

Die Flugbereitschaft der Bundesregierung ist in Köln/Bonn stationiert - holt die meisten Politiker aber in Berlin ab. Diese Leerflüge verursachen etwa 4000 Tonnen CO2 pro Jahr. Zu viel, finden die Grünen.

Über 800 Mal sind die Flugzeuge der Bundesregierung im vergangenen Jahr ohne Passagiere von ihrer Basis am Flughafen Köln/Bonn nach Berlin geflogen, um dort Regierungsmitglieder abzuholen. Das ergibt eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen, berichtet das ARD-Hauptstadtstudio.

Der Grünen-Politiker Tobias Lindner kritisierte den unnötigen Schadstoffausstoß und die hohen Kosten. Die Leerflüge hätten über die vergangenen drei Jahre im Schnitt 4000 Tonnen CO2 jährlich verursacht. Außerdem koste die Unterbringung der Crews in Berlin im Monat rund 23.000 Euro.

Lindner fordert, Flugbereitschaft nach Berlin zu verlegen

Lindner forderte, die Flugbereitschaft insgesamt zügig nach Berlin zu verlegen. Die Pläne der Bundesregierung sehen vor, die neue Basis auf dem neuen Hauptstadt-Flughafen zu bauen - doch gibt es bei dem Projekt aus unterschiedlichen Gründen immer wieder Verzögerungen.

Lindner machte den Vorschlag, zu prüfen, ob nicht einige Hallen der insolventen Berliner Fluggesellschaften Germania oder Air Berlin vorübergehend genutzt werden könnten. So könnten wenigstens einige Maschinen und Crews nach Berlin verlegt werden. Das würde auch dazu beitragen, schneller Ersatzmaschinen zur Stelle zu haben, wenn Pannen aufträten.

In den vergangenen Monaten waren die Flugzeuge immer wieder mit Pannen aufgefallen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier saß Ende Januar mit seinem A340 "Theodor Heuss" vorübergehend in Äthiopien fest. Im Dezember hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Anreise zum G20-Gipfel in Buenos Aires wegen eines Totalausfalls des Funksystems umkehren müssen. Entwicklungsminister Gerd Müller strandete in Sambia. Das Verteidigungsministerium will die Flotte der Regierungsflugzeuge schnell erneuern.

mfh/AFP

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