Umweltverschmutzung Grüne kritisieren Leerflüge von Regierungsfliegern

Die Flugbereitschaft der Bundesregierung ist in Köln/Bonn stationiert - holt die meisten Politiker aber in Berlin ab. Diese Leerflüge verursachen etwa 4000 Tonnen CO2 pro Jahr. Zu viel, finden die Grünen.

Ein Airbus A319-100 der Flugbereitschaft der Luftwaffe. Symbolbild.
imago/ Björn Trotzki

Ein Airbus A319-100 der Flugbereitschaft der Luftwaffe. Symbolbild.


Über 800 Mal sind die Flugzeuge der Bundesregierung im vergangenen Jahr ohne Passagiere von ihrer Basis am Flughafen Köln/Bonn nach Berlin geflogen, um dort Regierungsmitglieder abzuholen. Das ergibt eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen, berichtet das ARD-Hauptstadtstudio.

Der Grünen-Politiker Tobias Lindner kritisierte den unnötigen Schadstoffausstoß und die hohen Kosten. Die Leerflüge hätten über die vergangenen drei Jahre im Schnitt 4000 Tonnen CO2 jährlich verursacht. Außerdem koste die Unterbringung der Crews in Berlin im Monat rund 23.000 Euro.

Lindner fordert, Flugbereitschaft nach Berlin zu verlegen

Lindner forderte, die Flugbereitschaft insgesamt zügig nach Berlin zu verlegen. Die Pläne der Bundesregierung sehen vor, die neue Basis auf dem neuen Hauptstadt-Flughafen zu bauen - doch gibt es bei dem Projekt aus unterschiedlichen Gründen immer wieder Verzögerungen.

Lindner machte den Vorschlag, zu prüfen, ob nicht einige Hallen der insolventen Berliner Fluggesellschaften Germania oder Air Berlin vorübergehend genutzt werden könnten. So könnten wenigstens einige Maschinen und Crews nach Berlin verlegt werden. Das würde auch dazu beitragen, schneller Ersatzmaschinen zur Stelle zu haben, wenn Pannen aufträten.

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Die deutschen Pannenflieger: Diese Politiker mussten zwischenlanden

In den vergangenen Monaten waren die Flugzeuge immer wieder mit Pannen aufgefallen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier saß Ende Januar mit seinem A340 "Theodor Heuss" vorübergehend in Äthiopien fest. Im Dezember hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Anreise zum G20-Gipfel in Buenos Aires wegen eines Totalausfalls des Funksystems umkehren müssen. Entwicklungsminister Gerd Müller strandete in Sambia. Das Verteidigungsministerium will die Flotte der Regierungsflugzeuge schnell erneuern.



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mfh/AFP



insgesamt 89 Beiträge
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Seite 1
mpigerl 19.02.2019
1. Wie wärs damit die Regierung nach Köln/Bonn zu verlegen?
Ich denke, die Fußwege wären in Bonn kürzer. Man wäre weniger abgelenkt und könnte sich mehr auf die Regierungsarbeit konzentrieren. Außerdem wären auch die Kosten für Mieten, Mitarbeiter, etc viel geringer.
BorisBombastic 19.02.2019
2. Flugbereitschaft abschaffen! Vorbild Österreich
Es stehen genug Chartermaschinen am Boden. Der Österreichische BK fliegt auch Holzklasse. Bei der Gelegenheit kommt POlitik auch mal wieder dem "Volk" nahe.
exoholic 19.02.2019
3. Richtig
und dazu sollten die Grünninnen, bitte auch ihren Urlaub nicht in Florida ect. verbringen und unsere Umwelt damit belasten. Immer nur Predigen und sich selbst nicht um die Umwelt scheren ist einfach nur schlecht.
zensurgegner2017 19.02.2019
4.
Da muss die Bundes(analog)Regierung wohl erst ein Fax an Airbus schicken, und die Baupläne und KVAs per Post anfordern Dann geht das ganze per Kutsche von Behörde A zu Behörde B Behörde B braucht dann 1,5 Jahre um festzustellen, dass Behörde C zuständig ist. Wann endlich gibt es ein Gesetz dass die Verwaltung dazu zwingt, bis 2025 alle Papierakten nicht mehr nutzen zu dürfen Faxgeräte müssen abgeschafft werden Und ein Büro hat weitgehend papierlos zu sein Anders bekommt man diesen analogen, digitalfeindlichen Verwaltungsapparat nicht in Griff
el_jefe 19.02.2019
5. Verlegung der Flieger geht schlecht ohne Flughafen
In Tegel und Schönefeld kein Platz, der nicht fertige BER ist zum Parkplatz für unverkäufliche VW-Pkw verkommen. Wo sollen die Flieger hin, wenn sie nicht in Köln/Bonn stationiert sind?
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