CO2-Ausstoß Grüne kritisieren Leerflüge von Regierungsmaschinen
Hebt oft ohne einen einzigen Passagier ab: Ein Airbus A319-100 der Bundesregierung (Symbolbild)
Foto: Arnulf Hettrich / imago imagesMehr als 600 Mal sind Flugzeuge der Bundesregierung von April 2019 und Ende April dieses Jahres ohne Passagiere zwischen den Standorten Berlin und Köln/Bonn geflogen. Damit lag der Anteil der Leerflüge bei 81 Prozent, wie aus einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag hervorgeht. Die Grünen kritisieren die Flüge als einen klimaschädlichen Missstand.
Bei den Maschinen handelt es sich um die Flugbereitschaft des Verteidigungsministeriums, die Regierungsmitglieder transportierten. Insgesamt gab es in den 13 Monaten 761 solcher Flüge. Der Grünen-Verkehrspolitiker Stefan Gelbhaar nannte diese Praxis klimafeindlich und "einfach irre". Das müsse "umgehend anders organisiert werden", sagte er.
Bereitstellung von Reserveflugzeugen
Das Ministerium erklärte, die Leerflüge gebe es, weil Flugzeuge zur Aufnahme von Fluggästen überführt würden oder nach einem Transport an ihren Standort zurückkehrten. Dazu kämen Bereitstellungen von Reserveflugzeugen - damit soll verhindert werden, dass Pannen dazu führen, dass etwa Spitzenpolitiker nicht abheben können. Zudem gebe es Aus- und Weiterbildungsflüge für die Besatzungen, bei denen keine Passagiere dabei sein könnten. "Grundsätzlich dienen alle Flüge ohne Passagiere immer auch der Aus- und Weiterbildung der Besatzungen im Rahmen der festgelegten Trainingsprogramme."
In den vergangenen Jahren waren die Flugzeuge immer wieder mit Pannen aufgefallen, bei denen Spitzenpolitikerinnen und -politiker unter anderem kurzzeitig im Ausland festsaßen.
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums dürfte sich die Lage ohnehin bald ändern: "Mit vollständiger Aufnahme des politisch parlamentarischen Flugbetriebes der Flugbereitschaft (...) am Flugplatz Berlin Brandenburg werden Bereitstellungsflüge grundsätzlich nicht mehr erforderlich sein", heißt es in der Antwort. Gelbhaar zeigte sich damit nicht zufrieden: "Die Bundesregierung könnte schon längst den Regierungsflughafen am BER nutzen", sagte er.