Kampagne der Bundeswehr Grüne kritisieren Rekrutenwerbung

Soldatenvideos auf WhatsApp, Fitnessprogramme für Jugendliche - die Bundeswehr buhlt um Nachwuchs. Die Grünen kritisieren die Personalwerbung.
Soldaten während der Ausbildung

Soldaten während der Ausbildung

Foto: Stefan Sauer/ picture alliance / Stefan Sauer/

Die Bundeswehr hat zu wenig Soldaten, und die Truppe ist überaltert, sie braucht Nachwuchs. Mit umstrittener Werbung versucht sie seit einigen Jahren, Jugendliche für eine Militärkarriere zu begeistern. Auch an Schulen macht die Bundeswehr zunehmend Rekrutenwerbung.

Geeignete Bewerber zu finden, erwies sich als Herausforderung. Seit dem Wegfall der Wehrpflicht musste die Bundeswehr in den Kampf um Schulabgänger auf dem freien Markt einsteigen; die Umstellung fällt schwer, zuletzt hat sie auch massiv in Werbung investiert.

Die Kampagne zeigt offenbar Erfolge, noch nie gab es so viele minderjährige Rekruten.

Die Grünen kritisieren die Werbekampagne der Bundeswehr, bei der mit einer Serie über das Kommando Spezialkräfte (KSK) im Kurzmitteilungsdienst WhatsApp und mit einem Fitnessprogramm neue Soldaten angeworben werden.

"Auf das Radar der jungen Leute kommen"

Es sei "zynisch, junge Leute mit einer Action-Serie und einem Muskelprogramm als Staatsbürger in Uniform gewinnen zu wollen", sagte der verteidigungspolitische Sprecher der Grünen, Tobias Lindner, der "Bild am Sonntag".

Das Ministerium verteidigte die Kampagne. Die Bundeswehr müsse sich bemühen, "auf das Radar der jungen Leute zu kommen", sagte ein Sprecher der "BamS". Dafür sei "zielgruppengerechte Werbung" notwendig.

Die KSK-Serie hat laut Ministerium derzeit rund 28.000 Abonnenten; das KSK-Sportprogramm, bei dem über den Amazon-Sprachassistenten Alexa Fitnesseinheiten abgerufen werden können, hat 2300 Nutzer.

boj/AFP
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