"Jünger und ostdeutscher" Grüne melden Rekord-Mitgliederzuwachs

Der Erfolg der Grünen in Umfragen münzt sich offenbar in wachsende Mitgliederzahlen um. Mehr als 10.000 Eintritte meldet die Partei für 2018, überproportional wuchs die Ökopartei im Osten.

Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen in Hannover
DPA

Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen in Hannover


Die Grünen haben laut einem Zeitungsbericht im vergangenen Jahr so viele Mitglieder dazu gewonnen wie noch nie seit ihrer Gründungsphase. Seine Partei habe 10.246 neue Eintritte verbucht und zähle nun 75.311 Mitglieder, sagte Bundesgeschäftsführer Michael Kellner der "Welt".

Dem Bericht zufolge ist das ein Rekord in der Geschichte der Partei, wenngleich SPD und CDU weiterhin deutlich größer sind:

  • Bundesweit gibt es gut 440.000 Sozialdemokraten
  • und gut 425.000 Christdemokraten.
  • Die CSU hat rund 141.000 Mitglieder,
  • die FDP nach eigenen Angaben 63.000
  • und die Linke gut 60.000 Mitglieder.
  • Die AfD gibt ihre Mitgliederzahl mit mehr als 30.000 an.

Bei den Grünen fiel der aktuelle Zuwachs besonders stark in Ostdeutschland aus, wo die Partei bislang nur schwach vertreten waren. So sei die Mitgliederzahl bundesweit um knapp 16 Prozent gewachsen, im Osten ohne Berlin aber um 19 Prozent. In Brandenburg habe die Zuwachsrate 26 Prozent betragen, in Sachsen 23 Prozent.

Grüne sind weiter eine Männerpartei

Der Frauenanteil sei noch einmal leicht von 39,8 auf 40,5 Prozent gestiegen. Das Durchschnittsalter sei durch die vielen Eintritte von 49,5 Jahre auf glatte 49 Jahre gesunken. "Wir werden jünger, weiblicher und ostdeutscher", sagte Kellner der "Welt".

Im SPIEGEL-ONLINE-Wahltrend stehen die Grünen bundesweit derzeit bei rund 17 Prozent und wären demnach aktuell auch ein Kandidat für eine Regierungsbeteiligung im Bund.

Am Wochenende sprach sich CDU-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer für ein Bündnis mit der Ökopartei aus. In einem gemeinsamen Interview mit der Grünen-Vorsitzenden Katrin Göring-Eckardt erklärte sie, man könne sich eine schwarz-grüne Koalition vorstellen.



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cht/dpa

insgesamt 21 Beiträge
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Seite 1
didel-m 25.02.2019
1. Wenn ein paar Hanseln im Osten eintreten macht das natürlich gleich %e
Die grünen bleiben im Osten einen absolute Splitterpartei nach Mitgliedern. Selbst bundesweit sind sie das im vgl. zu den Anderen.
dasfred 25.02.2019
2. Mein Pech
Ich werde nun mal älter, männlicher und westdeutscher. Das muss aber nicht schlecht sein. Mehr grüner Einfluss im Osten ist dringend nötig. Auch im Osten steht das Geld nicht mehr bei allen im Mittelpunkt. Ein Gegengewicht zu den eingefahrenen Parteien darf nicht weiter ganz rechts liegen. Es geht darum, Zukunft zu gestalten, nicht dem Gestern zu huldigen. Da ist bei den Grünen noch am meisten Potential.
habel 25.02.2019
3. Wow!
Das ist Klasse! Dann kann ja bei den anstehenden Wahlen in drei ostdeutschen Bundesländern nichts schiefgehen.
Edgard 25.02.2019
4. Trotz aller...
.. Beschimpfungen und persönlicher Diskreditierungen in übelster Form gerade aus der rechten, aber auch der sog. "bürgerlichen" Ecke wächst anscheinend die Zahl der Menschen denen klar geworden ist daß gegenüber sog. "Freiheiten" die doch oft nur Ausdruck eines asozialen "IstmirdochScheißegal"-Egoismus sind, dem Schutz von Arbeitsplätzen deren negative gesamtgesellschaftliche Auswirkungen hinter kleinteiligem Denken einerseits und Profitgier andererseits zurückzustehen haben und der Weigerung Fakten oder auch nur die Möglichkeit einer verheerenden klimatischen Zukunft anzuerkennen und daraus Schlüsse und Maßnahmen abzuleiten die die eigene Bequemlichkeit gefährden es zur Zeit nur eine Partei zu geben scheint die sich des dringendsten Problems unserer Zeit annimmt ohne Rücksicht auf Lobbyismus. Und ich werde auch diesmal Grün wählen weil mir bewußt ist daß es ohne soziale Gerechtigkeit einerseits und wirtschaftlicher Vernunft andererseits nicht geht.. Aber ohne den dringend überfälligen konsequenten Klimaschutz ist das Bedingungslose Grundeinkommen genauso obsolet wie das Wirtschaftswachstum. Und so freue ich mich daß die Grünen auf dem Weg sind die führende Regierungspartei zu werden _ auch um diese unsäglichen CSU-Bundesverkehrsversager abzulösen. Und denen die die Grünen als "Verbotspartei" verunglimpfen sei gesagt: Verbote und Regelungen wären unnötig wenn Sie und Ihresgleichen ihren Ver- und Anstand verwenden würden um selbst Teil der Lösung zu sein anstatt Teil des Problems. Denken Sie mal darüber nach.
Leser_01 25.02.2019
5.
Bevor man jubelt, sollte man erst mal abwarten, wie sich diese neuen Mitglieder bei Abstimmungen verhalten.
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