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Rekordsumme Pharma-Erbe spendet 500.000 Euro an die Grünen

Im Superwahljahr ereilt die Grünen ein Geldsegen: Ein Erbe der Pharma-Dynastie Schwarz hat der Partei eine halbe Million Euro gespendet. Es ist die größte Einzelspende in der Parteigeschichte.
Grünenparteispitze Annalena Baerbock und Robert Habeck: Großspende im Jahr der Bundestagswahl

Grünenparteispitze Annalena Baerbock und Robert Habeck: Großspende im Jahr der Bundestagswahl

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Die Grünen haben eine ungewöhnlich hohe finanzielle Zuwendung bekommen: Nach Angaben  des Bundestags spendete der Pharma-Erbe Antonis Schwarz bereits am Montag 500.000 Euro an die Partei.

Bei der Zuwendung von Schwarz handelt es sich um die größte Einzelspende an die Grünen in ihrer Parteigeschichte. Das teilte die Partei auf SPIEGEL-Anfrage mit. Das Geld ist demnach für den Bundestagswahlkampf und die Landtagswahlkämpfe in diesem Jahr gedacht.

Auch in den vom Bundestag veröffentlichten Listen der Großspenden  findet sich seit 2002 kein höherer Einzelbetrag, der an die Grünen ging. In dem Jahr wurden die verpflichtenden Ad-hoc-Mitteilungen über Parteigroßspenden eingeführt. Zuwendungen, die im Einzelfall die Höhe von 50.000 Euro übersteigen, müssen dem Bundestagspräsidenten unverzüglich angezeigt und dann veröffentlicht werden.

Die bisherige Rekordsumme lag bei 300.000 Euro, die der Berliner Vermögensberater Jochen Wermuth im Februar 2016 an den baden-württembergischen Landesverband gespendet hatte. Nur wenige Monate später hatte Wermuth erneut knapp 300.000 Euro überwiesen.

Bei Schwarz handelt es sich um einen reichen Erben des rheinischen Pharmaunternehmens Schwarz Pharma. Er ist als Gründer der Guerilla Foundation geführt. Die Stiftung will nach eigenen Angaben durch die Unterstützung von »Aktivisten und sozialen Graswurzelbewegungen« einen »größeren Systemwandel in Europa« bewirken. Bereits 2019 hatte Schwarz 65.000 Euro an die Grünen gespendet.

Schwarz unterstützte bereits politische Aktivisten

Schwarz hat laut einem Bericht der »Wirtschaftswoche«  bereits in der Vergangenheit politische Aktivisten finanziell bedacht, darunter etwa das Zentrum für politische Schönheit . Mit seinem Vermögen unterstützte er demnach neben politischen Akteuren auch nachhaltige Investitionsprojekte. So soll er unter anderem an einem Projekt beteiligt sein, das Solaranlagen in Entwicklungsländern finanziert.

Der Zeitschrift zufolge wuchs Schwarz in München auf und studierte im Ausland. Für den Verkauf der ehemals im MDax notierten Schwarz Pharma AG an den belgischen Konkurrenten UCB im Jahr 2006 sollen demnach rund 1,4 Milliarden Euro an die Gründerfamilie Schwarz geflossen sein.

fek/srö