Grüne Roth ruft zum Vatermord auf

Grünen-Chefin Roth hat genug. Eine basisdemokratische Partei mit einem Alleinherrscher Joschka Fischer - damit müsse nun auch in den Köpfen Schluss sein. Sie kündigte eine schonungslose Aufklärung im BND-Untersuchungsausschuss an - ohne Rücksicht auf den Ex-Außenminister.


Berlin - "Mit der Überhöhung Joschkas zum so genannten Grünen-Übervater muss endlich Schluss sein", sagte Claudia Roth der "Welt". Fischer habe in der Partei zwar immer eine ganz entscheidende Rolle gespielt. Es sei aber absurd, ihn als Alleinherrscher in einer basisdemokratischen Partei zu beschreiben.

Roth: "Ich will nicht, dass etwas hängen bleibt"
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Roth: "Ich will nicht, dass etwas hängen bleibt"

Zur Rücksichtnahme auf den Ex-Außenminister im BND-Untersuchungsausschuss, der die Geheimdienstaktivitäten des Bundesnachrichtendiensts vor und während des Irakkriegs untersuchen soll, gebe es keinen Grund. Die Grünen wollten vollständige Transparenz. "Ich will nicht, dass irgendwelche Verdächtigungen an unserer rot-grünen Politik hängen bleiben", sagte Roth. Wenn Fehler gemacht worden seien, müssten Konsequenzen gezogen werden.

Der vorige Woche vom Bundestag eingesetzte Untersuchungsausschuss soll klären, ob die umstrittenen Aktivitäten des Bundesnachrichtendienstes in Bagdad während des Irak-Kriegs 2003 die Kriegsführung der USA gegen den Willen der rot-grünen Regierung unterstützt hat. Fischer hatte nach der Wahl seinen weitgehenden Rückzug als aktiver Bundespolitiker vollzogen und sein Bundestagsmandat als einziges Amt behalten.

asc/reuters



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